Persepolis-Täfelchen verbuchen ab 509 v. Chr. Arbeiterrationen
Die Tontafeln aus der Befestigung von Persepolis verbuchen für die Jahre ab 509 v. Chr., wie das Perserreich Arbeiter und Reisende mit Lebensmitteln versorgte. Nach einem Rechtsstreit in den USA kehren sie in Lieferungen nach Iran zurück.
Die Tontafeln aus der Befestigung von Persepolis wurden zwischen dem 13. und dem 28. Regierungsjahr Dareios' I. beschrieben, nach der Encyclopaedia Iranica von 509 bis 494 v. Chr.1,5 Mark Tamerus von der Universität Münster setzt dieselben Jahre auf 509 bis 493 v. Chr.2,6 Es sind Verwaltungsurkunden in elamischer Keilschrift.1,2 Gefunden hat sie 1933/34 eine Expedition des Oriental Institute der Universität Chicago.1 Weil sie im Bereich der Befestigung an der Nordostecke der Terrasse lagen, heißen sie Persepolis Fortification Tablets.1
Die Tafeln verbuchen vor allem die Ausgabe von Lebensmitteln, die Verwaltung von Herden und die Versorgung von Arbeitern und Reisenden in weiten Teilen der Persis und des östlichen Elam.1 Eine Gruppe führt Listen über die Zuteilungen an die Arbeiter der königlichen Wirtschaft, kurtaš genannt, und an Beamte.1 Wie groß das Archiv ist, geben die Quellen verschieden an: über 30.000 ganze und zerbrochene Tafeln nach der Encyclopaedia Iranica, rund 15.000 oder mehr ursprüngliche Urkunden nach Tamerus, von denen 6.000 bis 7.000 gut genug erhalten sind, um sie auszuwerten.1,2 Bearbeitet und übersetzt hat Richard T. Hallock davon 2.120 Texte.1
1937 lieh Iran die Tafeln und weitere Fundstücke der Universität Chicago.3 Opfer eines Anschlags von 1997, die 2003 ein Urteil über 71 Millionen Dollar gegen Iran erstritten hatten, wollten die Sammlung pfänden lassen.3 Der Oberste Gerichtshof der USA entschied einstimmig, dass sie das nicht dürfen.3 Zwischen 1948 und 2004 gingen viele Tafeln in drei Lieferungen nach Iran zurück, bis die Klage die übrigen aufhielt.4 Später kamen 3.506 weitere zurück, nach iranischen Angaben die fünfte Lieferung.4
Siehe auch
- Im 12. Jahrhundert v. Chr. streiken die Grabarbeiter von Deir el-Medina um ausbleibende Rationen 1157 v. Chr. Auch in Deir el-Medina bekamen Arbeiter Rationen vom Staat; als sie ausblieben, streikten sie.
- Die Bauabrechnungen des Erechtheion zahlen Bürgern, Metöken und Sklaven denselben Lohn 408 v. Chr. Rund ein Jahrhundert später verbuchte Athen die Löhne am Erechtheion.
- Tagebuch des Merer protokolliert Steinfahrten zur Cheops-Pyramide 2570 v. Chr. Zwei Jahrtausende früher führte eine ägyptische Mannschaft Buch über ihre Arbeit für den König.
Hierher verwiesen
- Verschlüsselung und Datenschutz Histiaios versteckt eine Botschaft unter dem Haar eines Sklaven 499 v. Chr. Verwaltungsurkunden aus dem Reich Dareios’ I., gegen den sich die Ionier erhoben.
- Glockentöpfe aus Uruk gelten als Rationsschalen für Arbeiter 3500 v. Chr. Im Perserreich sind Rationen für Arbeiter dann Posten für Posten auf Tafeln verbucht.