Filter

Histiaios versteckt eine Botschaft unter dem Haar eines Sklaven

Belegt durch 5 unabhängige Quellen

ZeitalterAltertum

Zuletzt geändert am

Histiaios von Milet ließ einem Sklaven den Kopf scheren und Zeichen in die Kopfhaut stechen. Als das Haar nachgewachsen war, trug der Mann nach Herodot die Weisung zum Ionischen Aufstand von 499 v. Chr. unbemerkt nach Milet.

Histiaios, der Tyrann von Milet, wurde in Susa festgehalten.5 Dareios I. hielt ihn dort als geehrten, aber überwachten Berater.4 Er wollte Aristagoras, der Milet für ihn regierte, die Weisung zum Aufstand übermitteln, doch die Straßen wurden bewacht.1 Deshalb ließ er seinem zuverlässigsten Sklaven den Kopf scheren und Zeichen in die Kopfhaut bringen.13 Als das Haar nachgewachsen war, schickte er den Mann nach Milet, mit dem einzigen Auftrag, Aristagoras solle ihm den Kopf scheren und ihn ansehen.1

Herodot gebraucht dafür das Verb ἔστιξε, die Zeichen nennt er στίγματα.2 Die eine englische Übersetzung spricht von eingebrannter Schrift,1 die andere von Zeichen, die gestochen wurden,3 neuere Darstellungen von einer Tätowierung.46 Ein Übersichtsaufsatz zum Verbergen von Informationen führt die Episode als Beispiel der an, die nicht den Inhalt einer Nachricht unkenntlich macht, sondern verbirgt, dass es sie gibt.6

Die Botschaft traf nach Herodot genau zu der Zeit ein, als Aristagoras ohnehin einen Aufstand plante.1 Histiaios hoffte, bei einem Aufstand an die Küste geschickt zu werden und so aus Susa fortzukommen.1 Zwischen 499 und 494 v. Chr. erhoben sich die griechischen Städte an der Nordwestküste des Perserreichs gegen Dareios I. und wurden schließlich wieder unterworfen.4 Im Jahr 498 v. Chr. eroberten und verbrannten die Ionier den größten Teil von Sardes, der Hauptstadt der Satrapie.5 Für den Aufstand ist vor allem Herodot erhalten, danach nur Bruchstücke.4 Gerade die Erzählung, in der der Aufstand aus den Plänen zweier Milesier hervorgeht, gilt als der am wenigsten verlässliche Teil.4

Siehe auch