--- id: histiaios-botschaft-kopfhaut-499-v-chr title: Histiaios versteckt eine Botschaft unter dem Haar eines Sklaven date: -0498-01-01 datePrecision: year dateSources: - s4 - s5 summary: >- Histiaios von Milet ließ einem Sklaven den Kopf scheren und Zeichen in die Kopfhaut stechen. Als das Haar nachgewachsen war, trug der Mann nach Herodot die Weisung zum Ionischen Aufstand von 499 v. Chr. unbemerkt nach Milet. themeId: theme-verborgene-botschaften wikidata: - id: Q451426 name: Histiaios - id: Q208261 name: Ionischer Aufstand seeAlso: - id: skytale-sparta-5-jh-v-chr note: >- Aus derselben Zeit in Griechenland überliefert: ein Botenstab, dessen Gebrauch als Geheimschrift umstritten ist. - area: rechentechnik id: herodot-rechensteine-440-v-chr note: >- Eine andere Stelle aus Herodots Historien, der einzigen ausführlichen Quelle auch für diese Episode. - area: arbeit id: persepolis-befestigungstafeln-509-v-chr note: >- Verwaltungsurkunden aus dem Reich Dareios’ I., gegen den sich die Ionier erhoben. verification: verified sources: - key: s1 title: Herodotus, Histories 5.35 (englische Übersetzung, perseus-eng2) publisher: Perseids Project, Tufts University url: https://cts.perseids.org/read/greekLit/tlg0016/tlg001/perseus-eng2/5.35.1-5.35.4 accessedAt: '2026-10-23' - key: s2 title: Herodotus, Histories 5.35 (griechischer Text, perseus-grc2) publisher: Perseids Project, Tufts University url: https://cts.perseids.org/read/greekLit/tlg0016/tlg001/perseus-grc2/5.35.1-5.35.4 accessedAt: '2026-10-23' - key: s3 title: Herodotus, Histories 5.35 (Übersetzung G. C. Macaulay) publisher: Lexundria url: https://lexundria.com/hdt/5.35/mcly accessedAt: '2026-10-23' - key: s4 title: The Ionian Revolt (499–494 BCE) publisher: Achaemenica url: https://achaemenica.org/articles/the-ionian-revolt accessedAt: '2026-10-23' - key: s5 title: 'Greco-Persian Wars: The Ionian Revolt (499–493 BCE)' publisher: Encyclopaedia Britannica url: https://www.britannica.com/event/Greco-Persian-Wars/The-Ionian-Revolt-499-493-bce accessedAt: '2026-10-23' - key: s6 title: 'Information Hiding Techniques: A Tutorial Review (Sabu M. Thampi)' publisher: arXiv url: https://arxiv.org/pdf/0802.3746 accessedAt: '2026-10-23' disputed: - claim: Wie die Zeichen auf den Kopf kamen positions: - value: eingebrannt (branded) source: s1 - value: gestochen (marked by pricking) source: s3 - value: tätowiert (tattooed) source: s4 resolution: >- Herodot schreibt ἔστιξε, von στίζω; die Übersetzungen geben das Verb verschieden wieder. provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (Musterlauf: datenschutz)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-23' --- Histiaios, der Tyrann von Milet, wurde in Susa festgehalten.[^s5] Dareios I. hielt ihn dort als geehrten, aber überwachten Berater.[^s4] Er wollte Aristagoras, der Milet für ihn regierte, die Weisung zum Aufstand übermitteln, doch die Straßen wurden bewacht.[^s1] Deshalb ließ er seinem zuverlässigsten Sklaven den Kopf scheren und Zeichen in die Kopfhaut bringen.[^s1][^s3] Als das Haar nachgewachsen war, schickte er den Mann nach Milet, mit dem einzigen Auftrag, Aristagoras solle ihm den Kopf scheren und ihn ansehen.[^s1] Herodot gebraucht dafür das Verb ἔστιξε, die Zeichen nennt er στίγματα.[^s2] Die eine englische Übersetzung spricht von eingebrannter Schrift,[^s1] die andere von Zeichen, die gestochen wurden,[^s3] neuere Darstellungen von einer Tätowierung.[^s4][^s6] Ein Übersichtsaufsatz zum Verbergen von Informationen führt die Episode als Beispiel der Steganografie an, die nicht den Inhalt einer Nachricht unkenntlich macht, sondern verbirgt, dass es sie gibt.[^s6] Die Botschaft traf nach Herodot genau zu der Zeit ein, als Aristagoras ohnehin einen Aufstand plante.[^s1] Histiaios hoffte, bei einem Aufstand an die Küste geschickt zu werden und so aus Susa fortzukommen.[^s1] Zwischen 499 und 494 v. Chr. erhoben sich die griechischen Städte an der Nordwestküste des Perserreichs gegen Dareios I. und wurden schließlich wieder unterworfen.[^s4] Im Jahr 498 v. Chr. eroberten und verbrannten die Ionier den größten Teil von Sardes, der Hauptstadt der Satrapie.[^s5] Für den Aufstand ist vor allem Herodot erhalten, danach nur Bruchstücke.[^s4] Gerade die Erzählung, in der der Aufstand aus den Plänen zweier Milesier hervorgeht, gilt als der am wenigsten verlässliche Teil.[^s4] Ende der Datei: 6 Quellen.