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Cortes von León lassen erstmals Städtevertreter mitentscheiden

Belegt durch 4 unabhängige Quellen

ZeitalterMittelalter

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Alfons IX. von León beruft 1188 eine Versammlung ein, an der neben Adel und Klerus gewählte Vertreter der Städte teilnehmen. Die UNESCO führt die Beschlüsse als ältesten schriftlichen Beleg des europäischen Parlamentarismus.

Im Jahr 1188 berief Alfons IX., seit kurzem König von León, eine Versammlung ein, zu der neben dem Adel und der hohen Geistlichkeit auch gewählte Vertreter der Städte geladen waren.123 Nach der Darstellung der UNESCO geschieht damit zum ersten Mal, dass die einfachen Leute durch gewählte Vertreter der Städte an Entscheidungen der obersten Ebene beteiligt sind — neben König, Kirche und Adel.1 Die Beschlüsse, die Decreta von León, sicherten unter anderem das Recht auf privates Eigentum, die Unverletzlichkeit der Wohnung und den Rechtsweg gegenüber dem König; der König sagte zu, weder Frieden noch Vertrag ohne den Rat der Bischöfe, Adligen und „guten Männer" zu schließen.23

Anlass war keine Reform, sondern Bedrängnis: Der junge König stand unter militärischem Druck aus Kastilien und Portugal2 und hatte zugleich einen Rivalen um die Nachfolge.3 Die UNESCO nahm die Decreta 2013 in das Register Memory of the World auf und bezeichnet sie als älteste bekannte schriftliche Überlieferung zum europäischen Parlamentssystem.13

Ob die Beteiligung der Städte die Ausnahme blieb, sehen die Quellen verschieden.23 Eine regelmäßige Vertretung der Städte setzt ein Beitrag zur Curia regia erst um die Mitte des 13. Jahrhunderts an.4 Auch welche Versammlung als erste Städtevertreter hatte, ist in der Forschung umstritten.5 Und die Quellen nennen nur das Jahr, keinen Tag — das Datum dieses Eintrags steht deshalb auf dem 1. Januar 1188 und bezeichnet das Jahr, nicht den Tag.123

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