Wormser Konkordat: Kaiser und Papst teilen die Bischofseinsetzung
Am 23. September 1122 einigten sich Kaiser Heinrich V. und Papst Calixt II. in Worms. Der Kaiser verzichtete auf die Investitur mit Ring und Stab, behielt aber die Belehnung der Gewählten mit den weltlichen Rechten ihres Amts.
Am 23. September 1122 schlossen Kaiser und Papst in Worms einen Frieden, der später als Konkordat bekannt wurde.1,3 Beteiligt waren Kaiser Heinrich V. und Papst Calixt II., der seit 1119 Papst war.2,3 Heinrich verzichtete darin auf jede mit Ring und Stab.1 Er sagte zu, dass in allen Kirchen seines Reichs kanonisch gewählt und frei geweiht werden dürfe.1
Im Gegenzug gestand Calixt zu, dass die Bischöfe und Äbte des deutschen Reichsteils in Anwesenheit des Kaisers gewählt werden, ohne Simonie und ohne Gewalt.1 Der Gewählte sollte die vom Kaiser erhalten, in der englischen Übersetzung bei Yale „durch die Lanze“.1 Der lateinische Text, Britannica und die Universität Zürich nennen dafür das Zepter; im deutschen Reichsteil geschah die Belehnung vor der Weihe.5,2,4 In Burgund und Italien sollte der Geweihte die Regalien erst danach erhalten, innerhalb von sechs Monaten.1,2 Damit trennte das Konkordat begrifflich das geistliche Amt von den weltlichen Hoheitsrechten, die mit ihm verbunden waren.4
Entstanden war der Streit zwischen Kaiser Heinrich IV. und Papst Gregor VII.2 Nach katholisch.de trugen die beiden ihn ab 1075 aus.3 Britannica setzt den Beginn dagegen um 1078 an.2 Ob 1075 bereits ein allgemeines Investiturverbot erging, ist in der Forschung umstritten.6 Das erste Laterankonzil bestätigte das Konkordat 1123, wenn auch widerstrebend.2 Britannica sieht darin das Ende der ersten Phase des Konflikts zwischen Kaisertum und Papsttum.2 In Deutschland bestimmten danach die weltlichen und geistlichen Fürsten die Entwicklung eines deutlich geschwächten Königtums.2
Siehe auch
- Die Goldene Bulle legt fest, wer den König wählt 1356 Gut zwei Jahrhunderte später wählen die Kurfürsten den König, ohne dass der Papst mitwirkt.
- König Johann besiegelt die Magna Carta 1215 Auch dort bestimmt der Papst mit, wie weit königliche Macht gebunden wird.
Hierher verwiesen
- Religion Robert Francis Prevost wird als Leo XIV. erster Papst aus den USA 2025 Wer Bischöfe einsetzt, war 1122 der Streitpunkt; Prevost leitete vor seiner Wahl die Behörde, die sie weltweit auswählt.