Leiern von Ur kommen um 2550 v. Chr. in die Königsgräber
Im Königsfriedhof von Ur im Süden des Irak legte Leonard Woolley Leiern mit Stierköpfen aus Gold, Silber und Lapislazuli frei. Sie stammen aus der Mitte des 3. Jahrtausends v. Chr.; die Stierkopfleier des Penn Museum ist zum großen Teil eine Rekonstruktion.
Im Jahr 1922 begannen das Penn Museum und das British Museum eine gemeinsame Expedition nach Ur im Süden des Irak.1 Geleitet von Leonard Woolley, dauerte die Grabung bis 1934.2 Woolley legte fast 2.000 Bestattungen frei1,4, 16 davon bezeichnete er als Königsgräber.2,4 Sie enthielten Werkzeuge, Waffen, Gefäße, Schmuck und Musikinstrumente.2 Die Schichten der Königsgräber sind mit der Radiokarbonmethode auf 2600 bis 2500 v. Chr. datiert.2 Die Stierkopfleier des Penn Museum wird auf etwa 2550 v. Chr. datiert1, die Leier im Irak-Museum auf um 2500 v. Chr.3
Die Stierkopfleier aus dem Grab PG 789, das Woolley Königsgrab nannte, besteht aus Gold, Silber, Lapislazuli, Muschel, Bitumen und Holz.1 Ihr Stierkopf war beim Fund zerdrückt und verbogen; er wurde neu geformt und bekam einen ganz neuen Schallkörper, weil sich der alte nur als Abdruck im Boden erhalten hatte.2 Gold, Lapislazuli und Muschel des Kopfes sind original, die Einlagen dagegen Gips.2 Wann, wo und von wem diese Restaurierung ausgeführt wurde, ist nicht sicher bekannt.2
Eine der Leiern kam ins Irak-Museum in Bagdad, die übrigen wurden zwischen dem British Museum und dem Penn Museum aufgeteilt.3 Die Bagdader Leier hatte Woolley 1929 in der Großen Todesgrube PG 1237 gefunden.3 Darin lagen 74 sorgfältig angeordnete Tote, bis auf sechs alle Frauen.1 Woolley meinte, das Gefolge habe freiwillig Gift getrunken, um seiner Königin ins Jenseits zu folgen; CT-Aufnahmen am Krankenhaus der University of Pennsylvania stellen das inzwischen infrage.1 Bei den Plünderungen nach dem Sturz Saddam Husseins wurde die Bagdader Leier zwischen dem 10. und 12. April 2003 zerstört, die Plünderer rissen die Gold- und Silberbleche ab.3 Der goldene Originalkopf liegt in der Zentralbank in Bagdad und wird nicht gezeigt.3
Siehe auch
- Eine Tontafel aus Ugarit hält um 1400 v. Chr. eine Hymne an Nikkal samt Notation fest 1400 v. Chr. Die älteste erhaltene Notenschrift war für ein Saiteninstrument gedacht, wohl eine Leier oder Harfe.
- Glockenspiel des Marquis Yi: 65 Glocken mit je zwei Tönen 433 v. Chr. Auch dieses Instrument blieb als Grabbeigabe eines Herrschers erhalten.
- Kunst Elamer plündern Ur 2004 v. Chr. und verschleppen die Nanna-Statue 2004 v. Chr. Rund fünf Jahrhunderte später plünderten die Elamer Ur.
Hierher verwiesen
- Harfenspieler von Keros wird um 2600 v. Chr. in Marmor gehauen 2600 v. Chr. Fast zur selben Zeit kommen in Ur Saiteninstrumente in die Königsgräber, auch dort wohl Leier oder Harfe.
- Tontrommeln der Jungsteinzeit: an der Elbe mit Fell bespannt 3400 v. Chr. Zur selben Zeit wie die letzten Tontrommeln kommen in Mesopotamien Leiern in die Gräber.