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Tontrommeln der Jungsteinzeit: an der Elbe mit Fell bespannt

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ZeitalterUrgeschichte

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In der zweiten Hälfte des 4. Jahrtausends v. Chr. benutzen Gemeinschaften an der Elbe Trommeln aus Ton, über die ein Fell gespannt war. Ob die Gefäße Trommeln waren, ist lange diskutiert worden; die Ösen am Rand sprechen dafür.

In der zweiten Hälfte des 4. Jahrtausends v. Chr. benutzten an der Elbe Gemeinschaften der Salzmünder Kultur, der Tiefstichkeramik und der Walternienburg-Bernburger Kultur Trommeln aus Ton.4 Die Gefäße sind trichter-, becher- oder sanduhrförmig und zwischen 4,5 und 46 Zentimeter hoch.2 Das Fell wurde meist an Knubben, Ösen oder durchbohrten Ösen unter dem Rand befestigt.2 Die Trommel von Zorbau, ein sanduhrförmiges Gefäß der Salzmünder Kultur, entstand zwischen 3400 und 3100 v. Chr. und ist reich mit Symbolen verziert.1

Wozu die Gefäße dienten, war lange umstritten; erwogen wurden auch ein Untersatz zum Kochen und ein Opferstock.1 Die Ösen oder Zapfen am Rand sprechen für ein Schlaginstrument, und die meisten Fachleute halten diese Deutung heute für richtig, auch wegen ethnologischer Vergleiche.1 Weil an einigen Fundplätzen mehrere Trommeln verschiedener Größe und Verzierung lagen, schließt das Landesmuseum für Vorgeschichte Halle, dass sie auch in Gruppen gespielt wurden.1 Gefunden wurden die Trommeln in Gräbern ebenso wie in Gruben und Schichten von Siedlungen.2 Mehr als die Hälfte der becherförmigen Trommeln wurde in religiösem Zusammenhang gefunden.3

Für eine akustische Studie baute Lynda Aiano eine Trommel der Walternienburger Kultur nach.3 Schon ein Nachbau eines Gefäßes aus Brozny in Tschechien, den Aiano 2004 vorab angefertigt hatte, gab Töne, die klar und laut genug waren, um das Gefäß als Trommel zu bestätigen; wie bei der Darbuka klangen Mitte und Rand verschieden hoch.3 Die Angaben zur Zeitspanne der Trommeln weichen voneinander ab: 3350 bis 2700 v. Chr. nach den Phasen der Trichterbecherkultur,2 3600 bis 2400 v. Chr. nach Radiokarbondaten mitgefundener Stücke.3 Als möglicherweise älteste Tontrommel nennt Luboš Chroustovský einen Fund der Lengyel-Kultur aus Großweikersdorf in Niederösterreich.2 Mehrere Trommeln wurden auch östlich der Oder gefunden, in Kujawien.4

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