Glockenspiel des Marquis Yi: 65 Glocken mit je zwei Tönen
Um 433 v. Chr. wurde Marquis Yi von Zeng mit einem Glockenspiel aus 65 Bronzeglocken bestattet. Jede Glocke gibt zwei Töne, und ihre Inschriften halten fest, wie in Zeng, Chu und am Hof der Zhou gestimmt wurde.
Marquis Yi von Zeng wurde um 433 v. Chr. in Leigudun bei Suizhou in der heutigen Provinz Hubei bestattet.2,3 Mit ihm wurden die Instrumente seines Hoforchesters beigesetzt und einundzwanzig Frauen, möglicherweise seine Hofmusikerinnen.4 Unter den 125 Instrumenten im Grab sind Glocken, Klangsteine, Trommeln, Zithern, Mundorgeln, Bambusflöten und Panflöten.2 Das Glockenspiel besteht aus 65 Bronzeglocken und wiegt fast 5 Tonnen.1,3
Vierundsechzig der Glocken hatte der Marquis selbst zusammengetragen; die letzte kam nach seinem Tod als Gedenkgabe von König Hui von Chu hinzu.4 Ihre Inschrift datiert das Geschenk auf das sechsundfünfzigste Regierungsjahr des Königs, 433 v. Chr., und um diese Zeit wurde der Marquis bestattet.2 Die Glocken gehören drei Typen an, niu, yong und bo.4 Zusammen decken sie fünf Oktaven ab.4
Jede Glocke gibt zwei Töne, je nachdem, wo sie angeschlagen wird, meist im Abstand einer Terz.4 Nach den Inschriften sollte zwischen beiden Tönen eine große oder eine kleine Terz liegen.3 Der Akustiker Thomas Rossing maß an den 65 Glocken Abstände zwischen etwa 210 und 490 Cent, bei 1200 Cent je Oktave.3 Die Inschriften halten außerdem die Stimmungen von Zeng, von Chu und vom Hof der Zhou fest.4 Die 3.755 Schriftzeichen auf den Glocken sind die einzige bekannte systematische Musiklehre des 5. Jahrhunderts v. Chr.1
Als Jahr der Ausgrabung nennen Xinhua und das Hubei-Provinzmuseum 1978,1,2 Rossing und eine Bildunterschrift des Smithsonian 1977.3,4 Entdeckt wurde das Grab im September 1977, ausgegraben ab Mai 1978.5,6 Das Glockenspiel ist heute im Hubei-Provinzmuseum in Wuhan ausgestellt.1
Siehe auch
- Jiahu-Flöten: fast 9.000 Jahre alt und noch spielbar 7001 v. Chr. Rund sechs Jahrtausende früher entstand in China die Jiahu-Flöte mit ihrer eigenen Tonfolge.
- Delphische Hymnen stehen 128 v. Chr. mit Noten im Stein 128 v. Chr. Drei Jahrhunderte später schreiben Griechen Melodien mit Zeichen über dem Text auf.
Hierher verwiesen
- Leiern von Ur kommen um 2550 v. Chr. in die Königsgräber 2550 v. Chr. Auch dieses Instrument blieb als Grabbeigabe eines Herrschers erhalten.