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Edward Jenner impft einen achtjährigen Jungen mit Kuhpocken

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Am 14. Mai 1796 überträgt Edward Jenner Flüssigkeit aus einer Kuhpockenblase auf den Arm von James Phipps. Sieben Wochen später setzt er den Jungen echten Pocken aus — ohne Wirkung. Die Royal Society lehnt den Bericht darüber als unglaubwürdig ab.

Am 14. Mai 1796 ritzte der englische Landarzt Edward Jenner dem achtjährigen James Phipps zwei kleine Schnitte in den Arm und brachte Flüssigkeit aus einer Kuhpockenblase an der Hand der Melkerin Sarah Nelmes hinein.13 Der Junge bekam eine örtliche Reaktion, fühlte sich einige Tage schlecht und erholte sich vollständig.3

Am 1. Juli 1796 setzte Jenner ihn echtem Pockenmaterial aus.1 Phipps zeigte keine Reaktion, auch bei mehrfacher Wiederholung nicht.1 Zugrunde lag eine Beobachtung, die in ländlichen Gegenden bekannt war: Wer die milden durchgemacht hatte, erkrankte offenbar nicht an den Pocken.2

Die wissenschaftliche Anerkennung blieb zunächst aus.1 Ende 1796 wies der Rat der Royal Society Jenners Aufsatz zurück; die Befunde stünden im Widerspruch zum gesicherten Wissen, und die Veröffentlichung würde seinem Ruf schaden.1 Jenner brachte seine Ergebnisse deshalb 1798 selbst heraus, unter dem Titel "An Inquiry into the Causes and Effects of the Variolae Vaccinae", mit den Fällen seines ersten Manuskripts und neun weiteren Geimpften neben Phipps.1 Im Titel steht vaccinae, von lateinisch vacca, die Kuh;1 das Wort vaccine für die Behandlung verwendete Jenner erstmals in einer Veröffentlichung drei Jahre nach dem Versuch.2

Von 1799 an setzte sich das Verfahren durch; bis zur Jahrhundertwende waren weltweit schätzungsweise 100.000 Menschen geimpft.1 Eine Einschränkung gehört zum Bild: Neuere Erbgutuntersuchungen an frühen Impfstoffproben legen nahe, dass das verwendete Virus näher mit Pferdepocken verwandt war als mit Kuhpocken — eine Herkunft, die Jenner selbst schon vermutet hatte.3

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