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Lady Mary Wortley Montagu lässt 1721 ihre Tochter variolieren

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Im April 1721 lässt Lady Mary Wortley Montagu ihre Tochter in England gegen die Pocken inokulieren. Im August folgt ein Versuch an sechs Häftlingen in Newgate, denen dafür die Begnadigung zugesagt ist.

Im April 1721 ließ Lady Mary Wortley Montagu in England ihre Tochter gegen die Pocken inokulieren.13 In London herrschte zu dieser Zeit eine Pockenepidemie.4 Den Eingriff nahm der schottische Chirurg Charles Maitland vor, der darauf bestand, dass Zeugen zusahen.3 Es war das erste Mal, dass das Verfahren in Großbritannien angewandt wurde.1

Kennengelernt hatte Montagu die im Osmanischen Reich, wo ihr Mann ab 1716 englischer Botschafter in Konstantinopel war.1 1717 ließ sie dort ihren Sohn inokulieren.24 Wer den Eingriff vornahm, schildern die Quellen unterschiedlich: Maitland selbst4 oder ein alter griechischer Heilkundiger, dem Maitland half.3 Maitland selbst schrieb 1722, eine alte Griechin habe begonnen; weil sie dem Kind mit ihrer stumpfen, rostigen Nadel Schmerzen bereitete, habe er mit seinem eigenen Instrument weiter inokuliert.5

Im August 1721 inokulierte Maitland sechs Häftlinge des Londoner Gefängnisses Newgate, denen dafür die Begnadigung zugesagt war.34 Sie waren zum Tode verurteilt.2 Zu den Zuschauern gehörten Mitglieder der königlichen Familie, Apotheker, Chirurgen und Fellows der Royal Society und des College of Physicians.3 Fünf der Häftlinge bekamen milde Pocken; der sechste blieb ohne Pusteln und gab später zu, die Krankheit schon ein halbes Jahr zuvor gehabt zu haben.3 Alle überlebten und kamen frei.14

Im April 1722 wurden zwei Töchter des Prinzen von Wales, des späteren Georg II., inokuliert.34 Nachrichten von zwei Todesfällen nach der Inokulation in Großbritannien und weiteren in Boston lösten danach einen Streit über die Sicherheit des Verfahrens aus.3 Maitland inokulierte in England nachweislich rund 80 Menschen.4

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