Leopold Auenbrugger beschreibt 1761 das Abklopfen des Brustkorbs
1761 veröffentlicht Leopold Auenbrugger das „Inventum novum“, eine Anleitung, Krankheiten der Brust durch Abklopfen zu erkennen. Bekannt wird die Methode erst, als Corvisart das Buch 1808 übersetzt.
1761 veröffentlichte der Arzt Leopold Auenbrugger das „Inventum novum ex percussione thoracis humani“.1,4 Darin beschreibt er, wie man durch Abklopfen des Brustkorbs Krankheiten im Inneren der Brust erkennt.1 Durch Klopfen mit dem Finger, so hatte er herausgefunden, ließ sich viel über krankhafte Veränderungen in der Brust erfahren.3 Entwickelt haben soll er die Technik bereits 1754.2
Auenbrugger hatte nach seiner Promotion zehn Jahre am Spanischen Militärspital in Wien gearbeitet.3 1762 gab er die Arbeit im Krankenhaus auf.1 Als Ursprung der Idee gilt das Abklopfen von Weinfässern bei seinem Vater, einem Gastwirt: Auenbrugger soll als Junge selbst an die Fässer geklopft haben, um zu prüfen, wie voll sie waren,2 oder seinem Vater dabei zugesehen haben.1 Er erprobte die Technik an Leichen, in deren Brustfellraum er Flüssigkeit spritzte.2
Erkannt wurde der Wert der Entdeckung erst viele Jahre nach der Veröffentlichung.4 Zu den wenigen Ärzten der Wiener Schule, die Auenbruggers Methode vertraten, gehörte Stoll.4 Bekannt machte sie Jean-Nicolas Corvisart, der Leibarzt Napoleons.1,2 Corvisart lehrte das Abklopfen seine Studenten und gab das Buch 1808 übersetzt und kommentiert heraus.2 Zu seinem Kreis gehörte auch René Laennec, der Erfinder des Stethoskops.2
Siehe auch
- Morgagnis „De sedibus“ führt 1761 Krankheiten auf Organe zurück 1761 Im selben Jahr suchte Morgagni den Sitz der Krankheit nach dem Tod, Auenbrugger am Lebenden.
- Herophilos seziert in Alexandria als Erster menschliche Leichen 290 v. Chr. Auch Auenbrugger lernte am toten Körper, was er am lebenden hören wollte.
Hierher verwiesen
- Morgagnis „De sedibus“ führt 1761 Krankheiten auf Organe zurück 1761 Im selben Jahr erschien in Wien ein Verfahren, den Befund im Körper schon am Lebenden zu hören.