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Morgagnis „De sedibus“ führt 1761 Krankheiten auf Organe zurück

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1761 erscheint in Venedig Giovanni Battista Morgagnis „De sedibus et causis morborum“ mit den Befunden von rund 640 Sektionen. Morgagni gilt damit als Begründer der pathologischen Anatomie.

1761 erschien in Venedig Giovanni Battista Morgagnis Werk „De sedibus et causis morborum per anatomen indagatis“.12 Morgagni war damals 79 Jahre alt.1 Seit 1715 hatte er den ersten Lehrstuhl für Anatomie in Padua inne, den er bis zu seinem Tod behielt.1

Das Werk geht auf Briefe über die Anatomie kranker Organe zurück, die Morgagni für einen jungen Freund schrieb, dessen Name nicht genannt wird; es wurden siebzig.2 Sie sind in fünf Büchern vom Kopf bis zu den Füßen geordnet und enthalten die Befunde von rund 640 Sektionen.2 Die Wellcome Collection nennt fast 700 Fälle und Autopsien.3 Jedem Fall stellt Morgagni den Krankheitsverlauf voran und erörtert ihn vom Befund nach dem Tod her.2 Sitz und Ursache einer Krankheit ist für ihn eine Störung an einer bestimmten Stelle des Körpers.1

Sammlungen von Fallgeschichten gab es vorher schon, vor allem das „Sepulchretum“ von Théophile Bonet aus dem Jahr 1679; Morgagni verband das Fallmaterial mit eigenen anatomischen Untersuchungen.1 Das Werk begründete die Vorstellung, dass Krankheiten in Organen sitzen.3 Morgagni gilt als Begründer der pathologischen Anatomie.13 Am Krankenbett blieb er dabei im Wesentlichen ein Anhänger der Säftelehre.1

In den zehn Jahren nach dem Erscheinen wurde das Werk mehrfach nachgedruckt und ins Französische, Englische und Deutsche übersetzt.2 Die englische Übersetzung von Benjamin Alexander erschien 1769.12 Bichat verlegte den Sitz der Krankheit 1800 vom Organ in das Gewebe, Virchow 1858 in die Zelle.1

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