--- id: morgagni-de-sedibus-1761 title: Morgagnis „De sedibus“ führt 1761 Krankheiten auf Organe zurück date: '1761-01-01' datePrecision: year dateSources: - s1 - s2 - s3 summary: >- 1761 erscheint in Venedig Giovanni Battista Morgagnis „De sedibus et causis morborum“ mit den Befunden von rund 640 Sektionen. Morgagni gilt damit als Begründer der pathologischen Anatomie. themeId: theme-sitz-der-krankheit wikidata: - id: Q511841 name: Giovanni Battista Morgagni seeAlso: - id: auenbrugger-perkussion-1761 note: >- Im selben Jahr erschien in Wien ein Verfahren, den Befund im Körper schon am Lebenden zu hören. - id: herophilos-sektionen-alexandria-290-v-chr note: >- Die ersten systematischen Sektionen am Menschen, rund zwei Jahrtausende früher. - id: kanon-der-medizin-latein-1150 note: Das Lehrbuch der Säftelehre, von der Morgagnis Ansatz wegführte. verification: verified sources: - key: s1 title: >- Morgagni, Giovanni Battista (Complete Dictionary of Scientific Biography; Encyclopedia of World Biography; Gale Encyclopedia of Medicine) publisher: Encyclopedia.com (Gale) url: https://www.encyclopedia.com/people/medicine/medicine-biographies/giovanni-battista-morgagni accessedAt: '2026-10-14' - key: s2 title: >- Giambattista Morgagni (Charles Creighton, Encyclopædia Britannica, 11. Auflage) publisher: WEHD url: https://wehd.com/bios/Giambattista_Morgagni.html accessedAt: '2026-10-14' - key: s3 title: 'Morgagni, Giambattista: De sedibus et causis morborum (Katalogeintrag)' publisher: Wellcome Collection url: https://works.www.wellcomecollection.org/works/a5yzd8t3 accessedAt: '2026-10-14' disputed: - claim: Umfang des Fallmaterials positions: - value: rund 640 Sektionen source: s2 - value: fast 700 Fälle und Autopsien source: s3 resolution: >- Die Zahlen zählen Sektionen und Fälle; ob sie dasselbe meinen, lässt keine der Quellen erkennen. provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (manuell, Thema: Medizin in der Aufklärung)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-14' --- 1761 erschien in Venedig Giovanni Battista Morgagnis Werk „De sedibus et causis morborum per anatomen indagatis“.[^s1][^s2] Morgagni war damals 79 Jahre alt.[^s1] Seit 1715 hatte er den ersten Lehrstuhl für Anatomie in Padua inne, den er bis zu seinem Tod behielt.[^s1] Das Werk geht auf Briefe über die Anatomie kranker Organe zurück, die Morgagni für einen jungen Freund schrieb, dessen Name nicht genannt wird; es wurden siebzig.[^s2] Sie sind in fünf Büchern vom Kopf bis zu den Füßen geordnet und enthalten die Befunde von rund 640 Sektionen.[^s2] Die Wellcome Collection nennt fast 700 Fälle und Autopsien.[^s3] Jedem Fall stellt Morgagni den Krankheitsverlauf voran und erörtert ihn vom Befund nach dem Tod her.[^s2] Sitz und Ursache einer Krankheit ist für ihn eine Störung an einer bestimmten Stelle des Körpers.[^s1] Sammlungen von Fallgeschichten gab es vorher schon, vor allem das „Sepulchretum“ von Théophile Bonet aus dem Jahr 1679; Morgagni verband das Fallmaterial mit eigenen anatomischen Untersuchungen.[^s1] Das Werk begründete die Vorstellung, dass Krankheiten in Organen sitzen.[^s3] Morgagni gilt als Begründer der pathologischen Anatomie.[^s1][^s3] Am Krankenbett blieb er dabei im Wesentlichen ein Anhänger der Säftelehre.[^s1] In den zehn Jahren nach dem Erscheinen wurde das Werk mehrfach nachgedruckt und ins Französische, Englische und Deutsche übersetzt.[^s2] Die englische Übersetzung von Benjamin Alexander erschien 1769.[^s1][^s2] Bichat verlegte den Sitz der Krankheit 1800 vom Organ in das Gewebe, Virchow 1858 in die Zelle.[^s1] Ende der Datei: 3 Quellen.