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Arrhenius rechnet die Wirkung der Kohlensäure aus

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1896 legt Svante Arrhenius eine Rechnung vor: Wie ändert sich die Temperatur der Erdoberfläche, wenn der Kohlensäuregehalt der Luft steigt oder fällt? Gemessen hatte das niemand — er rechnete es von Hand aus.

Im April 1896 erschien im Philosophical Magazine eine Arbeit von Svante Arrhenius mit dem Titel „On the influence of carbonic acid in the air upon the temperature of the ground".12 Sie fragt, wie sich die Temperatur der Erdoberfläche ändert, wenn der Gehalt der Luft an Kohlensäure — so hieß das Kohlendioxid damals — ein anderer wäre.13 Arrhenius rechnete das für jeden zehnten Breitengrad und für vier Jahreszeiten einzeln durch; das Ergebnis steht in seiner Tabelle VII.1

Für den doppelten Gehalt nennt die Tabelle im Jahresmittel Werte zwischen rund 5 und 6 Grad, je nach Breite — am wenigsten am Äquator, mehr in höheren Breiten.1 Im Text fasst er es anders zusammen: Sinkt der Gehalt von 1 auf 0,67, fällt die Temperatur etwa so stark, wie sie bei einem Anstieg auf 1,5 steigt, nämlich um 3,4 Grad.1

Ihn beschäftigte die Frage nach den Ursachen der Eiszeiten.13 Arrhenius wollte erklären, wie es zu den Kaltzeiten gekommen sein könnte, und seine Rechnung zeigte, dass ein deutlich geringerer Kohlensäuregehalt dafür genügen würde.3 Eine Erwärmung hielt er für wünschenswert — er schrieb später, bei einem höheren Gehalt könne man auf „ages with more equable and better climates" hoffen, besonders in den kälteren Gegenden der Erde.3 Die Rechenarbeit dafür erledigte er ohne Maschine.3 Er selbst nannte die Rechnungen mühsam;1 sie kosteten Monate.3 Unter seinen Arbeiten blieb das Klima eine Nebensache.2

Wie hoch seine Zahl für eine Verdopplung genau ausfällt, geben die Quellen verschieden an.13 Das Science History Institute nennt 11 bis 14,5 Grad Fahrenheit, also rund 6 bis 8 Grad Celsius.3 In Tabelle VII steht diese Spanne nicht beim doppelten Gehalt, sondern beim zweieinhalbfachen: Dort liegen die Jahresmittel zwischen rund 6,4 und 7,9 Grad, beim doppelten dagegen zwischen rund 5,0 und 6,1.1

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