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Tyndall findet die Gase, die die Wärme festhalten

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Am 18. Mai 1859 gelingt John Tyndall in London die Messung, die Fouriers Vermutung prüfbar macht. Manche Gase lassen das Licht durch und halten die Wärme zurück. Das Gas, das er dabei ausdrücklich nannte, ist nicht das, an das man heute denkt.

Am 18. Mai 1859 konnte John Tyndall schreiben, die Sache sei nun vollständig in seiner Hand.2 Neun Tage zuvor hatte er an der Royal Institution in London einen Aufbau in Betrieb genommen, mit dem sich messen ließ, wie viel Wärmestrahlung kleine Mengen eines Gases aufnehmen; der Versuch vom 9. Mai war gescheitert.21 Eine Woche nach dem 18. Mai meldete er das Ergebnis der Royal Society, kurz darauf hielt er einen Vortrag an der Royal Institution.2

Gemessen wurde, wie viel Wärmestrahlung und Licht verschiedene Gase und Dämpfe durchlassen.1 Die Royal Institution, die das Gerät in ihrer Sammlung führt, hält fest, dass Tyndall dabei Wasserdampf als weit stärkeren Aufnehmer von Wärmestrahlung erkannte als die Gase, aus denen die Luft überwiegend besteht; die erhaltene Röhre datiert sie auf 1861.1 Weart beschreibt dasselbe Ergebnis breiter: Tyndall fand 1859 mehrere Gase, die Wärmestrahlung festhalten — an erster Stelle Wasserdampf, daneben Kohlendioxid, das in der Luft nur wenige Zehntausendstel ausmacht.3

Tyndalls Schluss lautete: Die Atmosphäre lasse die Sonnenwärme herein, hemme aber ihren Austritt, und daraus folge eine Neigung, Wärme an der Oberfläche des Planeten anzusammeln.2 Damit war gemessen, was seit Fouriers Arbeiten in den 1820er Jahren angenommen wurde — und zugleich benannt, welcher Stoff es tut.3

Zwei Dinge fehlen in der verbreiteten Fassung dieser Geschichte.23 Das einzige Gas, das Tyndall in seinem Bericht und in der Zusammenfassung seines Vortrags ausdrücklich nannte, war Leuchtgas.2 Und drei Jahre zuvor hatte Eunice Foote bereits gefunden, dass Kohlendioxid Wärmestrahlung aufnimmt; Weart schreibt, Tyndall wäre schneller ans Ziel gekommen, hätte er von dieser Veröffentlichung gewusst, und die Fachwelt habe die kurze Mitteilung einer unbekannten Frau übergangen.3

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