Filter

Eunice Foote misst, was eine Atmosphäre aus Kohlensäure täte

Belegt durch 4 unabhängige Quellen

ZeitalterNeueste GeschichteNeuzeit

Zuletzt geändert am

Am 23. August 1856 wird in Albany eine Arbeit vorgetragen, die erstmals einen Zusammenhang zwischen Kohlensäure in der Luft und Erdtemperatur behauptet. Die Verfasserin sitzt im Publikum; vorgetragen wird die Arbeit von Joseph Henry.

Am 23. August 1856 saß Eunice Newton Foote im Publikum einer Tagung der American Association for the Advancement of Science in Albany im Staat New York und hörte einen Vortrag über ihre eigene Arbeit.3 Vorgetragen wurde er von Joseph Henry, dem Sekretär der Smithsonian Institution.13 Warum nicht sie selbst sprach, ist ungeklärt: Die AAAS verbot Frauen den Vortrag nicht, üblich war er aber offenbar nicht.13 Ob Foote im folgenden Jahr selbst vortrug, geben die Quellen verschieden an.14 Nach der American Physical Society tat sie es1; Ortiz und Jackson führen dagegen drei Zeitungsberichte an, nach denen Henry auch diese zweite Arbeit verlas.4 Die Arbeit trug den Titel „Circumstances affecting the heat of the sun's rays" und erschien im selben Jahr im American Journal of Science and Arts unter ihrem Namen.1

Der Versuch war einfach und entstand zu Hause.13 Foote füllte Glaszylinder mit verschiedenen Gasen — feuchter und trockener Luft, Sauerstoff, Wasserstoff und Kohlensäure, wie das Kohlendioxid damals hieß —, steckte Thermometer hinein und stellte sie in die Sonne.12 Der Zylinder mit Kohlensäure erwärmte sich am stärksten und blieb auch nach dem Herausnehmen aus der Sonne lange warm.1 Als Endwerte nannte sie 104 Grad Fahrenheit in Wasserstoff, 106 in gewöhnlicher Luft, 108 in Sauerstoff und 125 in Kohlensäure.4 Daraus zog sie einen Schluss, der über den Versuchstisch hinausging: „An atmosphere of that gas would give to our earth a high temperature."23

Anerkannt wurde das nicht.23 Drei Jahre später führte der irische Physiker John Tyndall ähnliche, technisch weit genauere Versuche durch und gilt seither als derjenige, der die Wärmewirkung von Kohlendioxid entdeckte; ob er Footes Arbeit kannte, ist ungeklärt, und in seinen Veröffentlichungen erwähnt er sie nicht.23 Was Foote maß, war zudem nicht dasselbe: Tyndall untersuchte die Wärmestrahlung selbst, Foote die Erwärmung im Sonnenlicht.1 Welcher Vorgang die Gase in ihren Zylindern erwärmte, bestimmte sie nicht.3 Ortiz und Jackson nennen drei, die zugleich gewirkt haben können: Sonnenlicht, das durch das Glas drang, Wärme, die vom erhitzten Glas auf das Gas überging, und Wärmestrahlung von Glas und Gas.4 Ihre Arbeit blieb anderthalb Jahrhunderte unbeachtet, bis der Geologe Raymond Sorenson 2011 auf einen Bericht über Henrys Vortrag stieß.13

Siehe auch