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Saussure trägt einen Glaskasten auf den Berg

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Im Sommer 1774 misst Horace Bénédict de Saussure in einem verglasten, innen geschwärzten Kasten auf dem Cramont und im Tal fast dieselbe Temperatur. Die Luft oben ist dabei rund 18 Grad kälter. Fünfzig Jahre später wird der Kasten Fouriers Modell der Atmosphäre.

Auf dem Gipfel des Cramont, eines Bergs über Courmayeur auf der italienischen Seite des Mont Blanc, stieg das Thermometer in Horace Bénédict de Saussures Kasten auf 87,5 Grad Celsius, in der knapp 5000 Fuß tiefer gelegenen Ebene auf 86,2 Grad.23 Saussure selbst datiert den Versuch auf den 16. Juli 1774; die Vergleichsmessung im Tal machte er am folgenden Tag in Courmayeur.63 Rob Wesson gibt die Werte in Fahrenheit an: 190 Grad im Kasten auf dem Gipfel bei 43 Grad in der Außenluft, 187 Grad im Tal bei 75 Grad.3 Die Luft war oben also rund 18 Grad kälter, der Kasten kaum.2 Das Gerät bestand aus einem Holzkasten, den Saussure innen mit einer Schicht geschwärzten Korks auskleidete und oben mit mehreren Glasscheiben in Abständen verschloss.13 Die Quellen nennen es .23

Dass es hinter Glas wärmer wird, war schon damals bekannt; Saussure hatte es nach Brownson in den 1760er Jahren an Zimmern und Kutschen beobachtet und einen Kasten gebaut, in dem 109 Grad erreicht wurden.2 Sigrist setzt den Bau des Heliothermometers dagegen auf 1774, zweihundert Jahre vor der ersten Ölkrise, und vergleicht es mit heutigen Sonnenkollektoren.5 Wofür Saussure es auf den Berg trug, war eine Frage des Gebirges: Er wollte wissen, warum es auf den Gipfeln kälter ist als im Tal.23 Seine Antwort war, dass die Gipfel von Luft umgeben sind, die ständig kalt ist.2 Nach Wesson schloss er daraus, dass die Luft aus dem Sonnenlicht selbst kaum Wärme aufnimmt; der Boden erwärmt sich und gibt die Wärme von unten an die Luft ab.3

Fünfzig Jahre später wurde aus dem Kasten ein Modell.14 Joseph Fourier beschrieb Saussures Versuch in seiner Abhandlung über die Temperaturen der Erde und erklärte ihn so: Das Sonnenlicht dringt durch das Glas, wird am Boden zu dunkler Wärme und kann die Scheiben dann nicht mehr frei durchqueren.1 Eine Atmosphäre, deren Luft sich nicht bewegte, würde nach Fourier ebenso wirken.1 Ed Hawkins hält fest, dass Fouriers Arbeit von 1824 das Festhalten nicht leuchtender Wärme gerade an Saussures Versuchen entwickelt.4 Die Werte, die Fourier für den Kasten nennt — 70, 80, 100, 110 Grad und mehr —, gibt er in der Réaumur-Skala an; sein Übersetzer Raymond Pierrehumbert hält es nach einem Vergleich mit Saussures Daten für wahrscheinlich, dass es in Wahrheit Celsius-Werte sind.1

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