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Societas Meteorologica Palatina: Europa misst um 7, 14 und 21 Uhr

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Am 15. September 1780 unterzeichnet Kurfürst Karl Theodor die Stiftungsurkunde der Societas Meteorologica Palatina. Von 1781 bis 1792 messen Stationen zwischen Grönland und dem Ural mit gleichen Geräten dreimal am Tag zur selben Uhrzeit.

Am 15. September 1780 unterzeichnete Kurfürst Karl Theodor in München die Stiftungsurkunde der Societas Meteorologica Palatina.1 Geleitet wurde sie von Johann Jakob Hemmer, der das Netz vom Mannheimer Schloss aus führte.12 Von 1781 bis 1792 lieferten ihre Stationen Beobachtungen nach einem einheitlichen Muster.123 Peter Winkler nennt es das erste internationale meteorologische Messnetz im modernen Sinn.1

Gemessen wurde dreimal täglich, um 7, 14 und 21 Uhr Ortszeit – die , die bis heute den üblichen Klimaterminen entsprechen.13 Die Instrumente, darunter Quecksilberbarometer und Réaumur-Thermometer, wurden unter Hemmers Aufsicht gebaut und den Stationen kostenlos gestellt.12 Die Ergebnisse erschienen in den „Ephemerides Societatis Meteorologicae Palatinae“, zwölf Bände zwischen 1783 und 1795.2 Wie groß das Netz war, geben die Quellen verschieden an: Winkler, der Deutsche Wetterdienst und Karin Reich zählen 39 Stationen, eine Auswertung in der Zeitschrift „Climate of the Past“ und der Historiker David Cassidy 37, von denen nach Cassidy höchstens 31 zugleich beobachteten; eingeladen waren nach Winkler 57.12345 Sie reichten von Rom bis Sankt Petersburg und Moskau, dazu kamen Cambridge in Massachusetts, Godthaab auf Grönland und Orte in Sibirien.2

Hemmer starb 1790, ohne einen Nachfolger bestimmt zu haben;4 Geldnot und Krieg beendeten das Unternehmen, nach Climate of the Past und Cassidy bis 1795, nach dem Deutschen Wetterdienst mit der Auflösung 1793.243 Nach Cassidy brach es zusammen, als die französische Armee über den Rhein kam; Mannheim wurde 1795 belagert und besetzt, und der letzte Band der Ephemerides, für 1792, erschien im selben Jahr mit Daten von 15 Stationen.4 Auf dem Hohenpeißenberg führten Augustiner-Chorherren aus Rottenbuch die Messungen bis zur Säkularisation 1803 weiter, danach die Pfarrer; die Reihe, die dort am 1. Januar 1781 begann, läuft bis heute nahezu ohne Unterbrechung.3 Die Daten sind inzwischen digitalisiert und erlauben es, Extremereignisse wie die Stürme des Winters 1783/84 und die Kälte im März 1785 nachzuzeichnen.2

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