--- id: arrhenius-kohlensaeure-1896 title: Arrhenius rechnet die Wirkung der Kohlensäure aus date: '1896-01-01' datePrecision: year dateSources: - s2 - s3 summary: >- 1896 legt Svante Arrhenius eine Rechnung vor: Wie ändert sich die Temperatur der Erdoberfläche, wenn der Kohlensäuregehalt der Luft steigt oder fällt? Gemessen hatte das niemand — er rechnete es von Hand aus. themeId: theme-rechnung verification: verified sources: - key: s1 title: XXXI. On the influence of carbonic acid in the air upon the temperature of the ground (Faksimile) publisher: The London, Edinburgh, and Dublin Philosophical Magazine and Journal of Science url: https://empslocal.ex.ac.uk/people/staff/gv219/classics.d/Arrhenius96.pdf accessedAt: '2026-09-20' - key: s2 title: 'Initial Conditions Episode 2: Arrhenius, Callendar, and Keeling' publisher: American Institute of Physics url: https://www.aip.org/library/initial-conditions-episode-2-arrhenius-callendar-and-keeling accessedAt: '2026-09-20' - key: s3 title: Future Calculations publisher: Science History Institute url: https://www.sciencehistory.org/stories/magazine/future-calculations/ accessedAt: '2026-09-20' disputed: - claim: Arrhenius’ Wert für eine Verdopplung des Kohlensäuregehalts positions: - value: 'rund 5 bis 6 °C (Tabelle VII der Arbeit)' source: s1 - value: '11 bis 14,5 °F, also rund 6 bis 8 °C' source: s3 resolution: >- Tabelle VII nennt für den doppelten Gehalt rund 5,0 bis 6,1 Grad im Jahresmittel, für den zweieinhalbfachen rund 6,4 bis 7,9. Die Spanne des Science History Institute liegt bei der zweiten. Der Eintrag führt die Werte der Tabelle. provenance: origin: recherche reviewedBy: research reviewedAt: '2026-09-20' seeAlso: - id: angstroem-saettigung-1900 note: >- Vier Jahre später scheint ein Laborversuch diese Rechnung zu erledigen. - id: mauna-loa-erste-messung-1958 note: >- Zweiundsechzig Jahre später beginnt die Messung, die seine Rechnung prüfbar macht. - area: energie id: drake-well-1859 note: >- Die Quelle des Kohlenstoffs, den seine Rechnung noch als Größe ohne Herkunft behandelt. --- Im April 1896 erschien im Philosophical Magazine eine Arbeit von Svante Arrhenius mit dem Titel „On the influence of carbonic acid in the air upon the temperature of the ground".[^s1][^s2] Sie fragt, wie sich die Temperatur der Erdoberfläche ändert, wenn der Gehalt der Luft an Kohlensäure — so hieß das Kohlendioxid damals — ein anderer wäre.[^s1][^s3] Arrhenius rechnete das für jeden zehnten Breitengrad und für vier Jahreszeiten einzeln durch; das Ergebnis steht in seiner Tabelle VII.[^s1] Für den doppelten Gehalt nennt die Tabelle im Jahresmittel Werte zwischen rund 5 und 6 Grad, je nach Breite — am wenigsten am Äquator, mehr in höheren Breiten.[^s1] Im Text fasst er es anders zusammen: Sinkt der Gehalt von 1 auf 0,67, fällt die Temperatur etwa so stark, wie sie bei einem Anstieg auf 1,5 steigt, nämlich um 3,4 Grad.[^s1] Ihn beschäftigte die Frage nach den Ursachen der Eiszeiten.[^s1][^s3] Arrhenius wollte erklären, wie es zu den Kaltzeiten gekommen sein könnte, und seine Rechnung zeigte, dass ein deutlich geringerer Kohlensäuregehalt dafür genügen würde.[^s3] Eine Erwärmung hielt er für wünschenswert — er schrieb später, bei einem höheren Gehalt könne man auf „ages with more equable and better climates" hoffen, besonders in den kälteren Gegenden der Erde.[^s3] Die Rechenarbeit dafür erledigte er ohne Maschine.[^s3] Er selbst nannte die Rechnungen mühsam;[^s1] sie kosteten Monate.[^s3] Unter seinen Arbeiten blieb das Klima eine Nebensache.[^s2] Wie hoch seine Zahl für eine Verdopplung genau ausfällt, geben die Quellen verschieden an.[^s1][^s3] Das Science History Institute nennt 11 bis 14,5 Grad Fahrenheit, also rund 6 bis 8 Grad Celsius.[^s3] In Tabelle VII steht diese Spanne nicht beim doppelten Gehalt, sondern beim zweieinhalbfachen: Dort liegen die Jahresmittel zwischen rund 6,4 und 7,9 Grad, beim doppelten dagegen zwischen rund 5,0 und 6,1.[^s1] Ende der Datei: 3 Quellen.