NES: Nintendo verkauft die Konsole 1985 in New York als Spielzeug
Im Oktober 1985 brachte Nintendo sein Entertainment System zunächst nur in New York in den Handel — bewusst nicht als Videospiel vermarktet. Ein Sperrchip sicherte dem Unternehmen die Kontrolle darüber, welche Spiele überhaupt liefen.
Am 18. Oktober 1985 verkaufte Nintendo das Nintendo Entertainment System zunächst in einem auf New York begrenzten Testmarkt.1,2,6,7 Die Vermarktung mied das Wort Videospiel: Nachdem Händler dem zuvor gezeigten Advanced Video System zurückhaltend begegnet waren, stellte Nintendo das Gerät als Spielzeug dar und gab ihm mit dem Robotic Operating Buddy einen Roboter bei.1,2,7 Die Video Game Console Library nennt neben dem Oktober auch das Weihnachtsgeschäft 1985 als Zeitraum des Tests.2 Die erhaltenen Unterlagen zum Testmarkt in New York sind auf Oktober bis Dezember 1985 datiert; beide Angaben meinen damit dasselbe Geschäft.5 Der landesweite Verkauf in den Vereinigten Staaten folgte ab Februar 1986, das Standardgerät zu 89,99 Dollar, die Ausstattungsvariante zu 179,99 Dollar.2
Neu war die Technik nicht.2 In Japan verkaufte Nintendo dieselbe Maschine seit dem 15. Juli 1983 als Family Computer für 14.800 Yen; entworfen hatte sie der Ingenieur Masayuki Uemura.2 Im Inneren arbeitete ein Ricoh 2A03 mit 1,79 Megahertz bei zwei Kilobyte Arbeitsspeicher.2 Was in Nordamerika hinzukam, war weniger eine technische als eine vertriebliche Entscheidung: ein Markt, auf dem Händler nach dem Einbruch von 1983 keine Spielgeräte mehr ins Regal stellen wollten, ließ sich nur mit einem Gerät betreten, das nicht wie eines aussah.1
Die Kontrolle über das Angebot sicherte ein .3,4 In jeder Konsole saß ein Baustein, der eine verschlüsselte Botschaft aus dem Modul erwartete; blieb sie aus, lief das Spiel nicht.3 Nintendo hielt die Urheberrechte am zugehörigen Programm 10NES und konnte damit von jedem Hersteller Lizenzgebühren verlangen, der Spiele für das Gerät anbieten wollte.4 Die Bedingungen waren streng: Das Bundesberufungsgericht hält in seinem Urteil fest, dass ein Lizenznehmer höchstens fünf Titel im Jahr veröffentlichen durfte.3
Atari Games verklagte Nintendo im Dezember 1988 wegen Verstoßes gegen das Kartellrecht; Nintendo klagte erst im November 1989 wegen Verletzung des Urheberrechts.3 Atari Games und die Tochtergesellschaft Tengen bauten das Programm nach, um Module ohne Lizenzgebühr verkaufen zu können; den Quellcode beschafften sie sich, indem sie dem US-Copyright-Office gegenüber falsche Angaben über ein laufendes Verfahren machten.3,4 Das Berufungsgericht für den Federal Circuit bestätigte 1992 die einstweilige Verfügung zugunsten Nintendos.3,4 Insgesamt wurden 61,91 Millionen Geräte verkauft.2
Siehe auch
- Der nordamerikanische Spielemarkt bricht ein 1983 Der Einbruch, dessen Folgen diese Verkaufsstrategie umgehen musste.
- Sony bringt die PlayStation heraus 1994 Neun Jahre später verliert Nintendo die Führung an einen Anbieter, den es selbst hervorbrachte.
- Tetris entsteht an der sowjetischen Akademie der Wissenschaften 1984 Das Spiel, das Nintendos Handheld zum Erfolg machte — auf demselben Lizenzweg.
Hierher verwiesen
- Der nordamerikanische Spielemarkt bricht ein 1983 Den Markt, den der Einbruch hinterließ, betrat Nintendo nur mit einem Gerät, das nicht wie eine Spielkonsole aussah.