Der nordamerikanische Spielemarkt bricht ein
Zwischen 1982 und 1985 fiel der Umsatz mit Heimvideospielen in Nordamerika um rund 97 Prozent. Die Ursachen lagen nicht bei einem Spiel, auch wenn ein Titel bis heute dafür herhalten muss.
1983 brach in Nordamerika der Markt für Heimvideospiele ein.1,2 Der nordamerikanische Markt für Heimvideospiele setzte 1982 rund 3,2 Milliarden Dollar um; bis 1985 fiel dieser Wert auf etwa 100 Millionen Dollar — ein Rückgang um rund 97 Prozent.2 Als Ursachen gelten ein Überangebot an Spielen mangelhafter Qualität, die Konkurrenz billiger Heimcomputer wie des 1982 erschienenen Commodore 64 und eine Marktsättigung, bei der mehr als zehn konkurrierende Systeme die Käufer eher verwirrten als überzeugten.2 Die Verluste waren erheblich: Atari meldete für 1983 Verluste von 536 Millionen Dollar, Mattel schrieb 394 Millionen ab, andere Anbieter verschwanden ganz.2
Stellvertretend für den Einbruch steht ein einzelnes Spiel.1 Atari hatte für die Rechte an E.T. zwischen 20 und 25 Millionen Dollar gezahlt, dem Programmierer Howard Scott Warshaw aber nur sechs Wochen Zeit gegeben.1 Produziert wurden mehr Module, als es verkaufte Atari-2600-Konsolen gab.1 Unverkaufte Bestände landeten 1983 auf einer Deponie in Alamogordo in New Mexico, weil das Entsorgen billiger war als das Einlagern.1 Rund 700.000 Module kamen dort in den Boden;3 die Ausgrabung von 2014 dokumentiert eine Aufnahme, die die Stadt Alamogordo dem Museum The Henry Ford schenkte.3
Die Zuschreibung ist gleichwohl zu eng.1 Die eine Darstellung nennt die Schuldzuweisung an E.T. unvollständig,1 die andere führt den Einbruch auf mehrere Ursachen zurück.2 Erholt hat sich der Markt erst mit dem Nintendo Entertainment System, das im Oktober 1985 in New York startete — mit einem Gerät, das eher wie ein Videorekorder aussah als wie eine Spielkonsole, einem Qualitätssiegel, strenger Lizenzvergabe und Rücknahmegarantien für den Handel.2
Siehe auch
- Space Invaders macht die Spielhalle zum Massenmarkt 1978 Der Boom, auf den dieser Einbruch folgte.
- Sony bringt die PlayStation heraus 1994 Der nächste Anbieterwechsel — diesmal ohne Zusammenbruch.
- NES: Nintendo verkauft die Konsole 1985 in New York als Spielzeug 1985 Den Markt, den der Einbruch hinterließ, betrat Nintendo nur mit einem Gerät, das nicht wie eine Spielkonsole aussah.
Hierher verwiesen
- Sony bringt die PlayStation heraus 1994 Elf Jahre zuvor war ein Marktführerwechsel noch mit einem Einbruch verbunden.
- NES: Nintendo verkauft die Konsole 1985 in New York als Spielzeug 1985 Der Einbruch, dessen Folgen diese Verkaufsstrategie umgehen musste.
- Tetris entsteht an der sowjetischen Akademie der Wissenschaften 1984 Das Jahr davor, in dem der westliche Markt zusammenbrach.
- Space Invaders macht die Spielhalle zum Massenmarkt 1978 Fünf Jahre später zeigt derselbe Markt, dass er auch schrumpfen kann.