El Ajedrecista: Torres Quevedos Automat setzt 1912 allein matt
Leonardo Torres Quevedo baute 1912 einen Automaten, der mit König und Turm den einzelnen König eines Menschen selbsttätig mattsetzte. 1914 führte er ihn an der Sorbonne in Paris vor.
Der spanische Ingenieur Leonardo Torres Quevedo baute 1912 eine Maschine, die er El Ajedrecista nannte, den Schachspieler.1,3 Sie spielte keine vollständige Partie, sondern ein : König und Turm der Maschine gegen den einzelnen König eines menschlichen Gegners.1,2 Sie setzte den Gegner ohne menschliches Zutun matt, wenn auch nicht immer mit der kleinsten Zahl von Zügen.3
Ein mechanischer Arm bewegte die Figuren auf einem senkrecht stehenden Brett.1 Öffentlich zeigte Torres Quevedo die Maschine 1914 in Paris.1,2 Im selben Jahr veröffentlichte er einen Aufsatz über die Automatik, in dem er Maschinen vorschlug, die mit Schaltkreisen und Relais rechnen.1 Die Schachspieler baute er, um zu zeigen, dass Maschinen Arbeiten übernehmen können, die bis dahin menschlicher Intelligenz vorbehalten waren.2 Anders als Wolfgang von Kempelen baute er seinen Automaten weder zur Unterhaltung der Oberschicht noch als Schausteller für Geld.1
1920 entstand eine zweite Fassung mit veränderter Aufmachung und Mechanik, aber gleicher Spiellogik; sie bewegte die Figuren über Elektromagnete unter einem gewöhnlichen Brett.1,2 Ein Grammophon sagte Schach und Matt an, auf einen unzulässigen Zug antwortete eine Glühlampe, und nach dem dritten brach die Maschine das Spiel ab.1 Einige Quellen schreiben diese zweite Maschine seinem Sohn Gonzalo zu.3 Sie steht heute im Museo Torres Quevedo der Bauingenieurschule an der Polytechnischen Universität Madrid.1 Der MIT-Professor für digitale Medien Nick Montfort hält El Ajedrecista für das erste Computerspiel und räumt ein, dass man es kaum als solches erkenne, weil es dem digitalen Universalrechner um Jahrzehnte vorausging.1
Vorgeführt wurde die Maschine im Mechaniklabor der Sorbonne;1,4,5 ChessBase nennt abweichend eine Pariser Weltausstellung von 1914.3 Auch bei der Ausgangsstellung weichen die Quellen ab: Nach ChessBase gelang das Matt aus jeder Stellung der Figuren,3 nach IEEE Spectrum und dem Chessprogramming Wiki verlangte das Programm für König und Turm der Maschine feste Felder (König a8, Turm b7), während der menschliche König auf jedem ungefährdeten Feld der ersten sechs Reihen stehen durfte.1,6
Siehe auch
- Auf der Weltausstellung spielt eine Relaismaschine Nim gegen das Publikum 1940 Wieder eine Maschine, die öffentlich gegen Menschen spielt — diesmal Nim statt Schach, mit Relais statt Mechanik.
- Ein Doktorand lässt den EDSAC Drei gewinnt spielen 1952 Auch dort ist das Spiel Beweisstück für eine Maschine, nicht ihr Zweck.
- Künstliche Intelligenz Deep Blue schlägt Garri Kasparow 1997 Vom Endspiel mit drei Figuren zur ganzen Partie: Eine Schachmaschine schlägt den Weltmeister.
Hierher verwiesen
- El Ajedrecista, zweite Fassung: Schachautomat zieht mit Magneten 1920 Die erste Fassung, mit senkrechtem Brett und mechanischem Arm.
- Ajeeb, ein Schachautomat mit Spieler im Kasten, tritt 1868 auf 1868 Wenige Jahrzehnte später spielt ein Automat ohne Menschen im Inneren ein Endspiel.
- Wolfgang von Kempelen führt am Wiener Hof einen Schach spielenden Automaten vor 1770 Torres Quevedo grenzte seinen Automaten ausdrücklich von Kempelens ab: Er spielte ein Endspiel wirklich selbst.