--- id: el-ajedrecista-1912 title: 'El Ajedrecista: Torres Quevedos Automat setzt 1912 allein matt' date: '1912-01-01' datePrecision: year dateSources: - s1 - s3 summary: >- Leonardo Torres Quevedo baute 1912 einen Automaten, der mit König und Turm den einzelnen König eines Menschen selbsttätig mattsetzte. 1914 führte er ihn an der Sorbonne in Paris vor. themeId: theme-spiel-als-nebenprodukt verification: verified sources: - key: s1 title: This 1920 Chess Automaton Was Wired to Win publisher: IEEE Spectrum url: https://spectrum.ieee.org/chess-computer-1920 accessedAt: '2026-09-27' - key: s2 title: Autómata ajedrecista publisher: Museo Torres Quevedo, Universidad Politécnica de Madrid url: https://blogs.upm.es/museotorresquevedocaminos/automata-ajedrecista/ accessedAt: '2026-09-27' - key: s3 title: Torres y Quevedo's rook endgame automaton publisher: ChessBase url: https://en.chessbase.com/post/torres-y-quevedo-s-rook-endgame-automaton accessedAt: '2026-09-27' - key: s4 title: Biografía de D. Leonardo Torres Quevedo publisher: Instituto de Tecnologías Físicas y de la Información (ITEFI-CSIC) url: https://www.itefi.csic.es/es/content/biografia-leonardo-torres-quevedo accessedAt: '2026-09-28' - key: s5 title: El autómata ajedrecista de Leonardo Torres Quevedo, precursor de la inteligencia artificial publisher: Técnica Industrial url: https://www.tecnicaindustrial.es/el-automata-ajedrecista-de-leonardo-torres-quevedo-precursor-de-la-inteligencia-artificial/ accessedAt: '2026-09-28' - key: s6 title: El Ajedrecista publisher: Chessprogramming Wiki url: https://chessprogramming.org/El_Ajedrecista accessedAt: '2026-09-29' disputed: - claim: Ort der ersten öffentlichen Vorführung 1914 positions: - value: Universität von Paris source: s1 - value: Pariser Weltausstellung source: s3 - value: Mechaniklabor der Sorbonne source: s4 - value: Sorbonne source: s5 resolution: >- Das CSIC nennt das Mechaniklabor der Sorbonne, Técnica Industrial die Sorbonne, IEEE Spectrum die Universität von Paris. Die Weltausstellung steht bei ChessBase allein. - claim: Ausgangsstellung der Figuren positions: - value: feste Felder für König und Turm der Maschine source: s1 - value: beliebige Stellung der Figuren source: s3 - value: König auf a8, Turm auf b7, schwarzer König außerhalb der 7. und 8. Reihe source: s6 resolution: >- IEEE Spectrum und das Chessprogramming Wiki nennen feste Felder: den weißen König auf a8, den Turm auf b7, den schwarzen König auf einem beliebigen Feld außerhalb der siebten und achten Reihe. ChessBase steht mit der beliebigen Stellung allein. provenance: origin: recherche createdBy: '/research (Musterlauf: games)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-09-27' seeAlso: - id: nimatron-1940 note: >- Wieder eine Maschine, die öffentlich gegen Menschen spielt — diesmal Nim statt Schach, mit Relais statt Mechanik. - id: oxo-edsac-1952 note: Auch dort ist das Spiel Beweisstück für eine Maschine, nicht ihr Zweck. - area: ai id: deep-blue-1997 note: >- Vom Endspiel mit drei Figuren zur ganzen Partie: Eine Schachmaschine schlägt den Weltmeister. --- Der spanische Ingenieur Leonardo Torres Quevedo baute 1912 eine Maschine, die er El Ajedrecista nannte, den Schachspieler.[^s1][^s3] Sie spielte keine vollständige Partie, sondern ein Endspiel: König und Turm der Maschine gegen den einzelnen König eines menschlichen Gegners.[^s1][^s2] Sie setzte den Gegner ohne menschliches Zutun matt, wenn auch nicht immer mit der kleinsten Zahl von Zügen.[^s3] Ein mechanischer Arm bewegte die Figuren auf einem senkrecht stehenden Brett.[^s1] Öffentlich zeigte Torres Quevedo die Maschine 1914 in Paris.[^s1][^s2] Im selben Jahr veröffentlichte er einen Aufsatz über die Automatik, in dem er Maschinen vorschlug, die mit Schaltkreisen und Relais rechnen.[^s1] Die Schachspieler baute er, um zu zeigen, dass Maschinen Arbeiten übernehmen können, die bis dahin menschlicher Intelligenz vorbehalten waren.[^s2] Anders als Wolfgang von Kempelen baute er seinen Automaten weder zur Unterhaltung der Oberschicht noch als Schausteller für Geld.[^s1] 1920 entstand eine zweite Fassung mit veränderter Aufmachung und Mechanik, aber gleicher Spiellogik; sie bewegte die Figuren über Elektromagnete unter einem gewöhnlichen Brett.[^s1][^s2] Ein Grammophon sagte Schach und Matt an, auf einen unzulässigen Zug antwortete eine Glühlampe, und nach dem dritten brach die Maschine das Spiel ab.[^s1] Einige Quellen schreiben diese zweite Maschine seinem Sohn Gonzalo zu.[^s3] Sie steht heute im Museo Torres Quevedo der Bauingenieurschule an der Polytechnischen Universität Madrid.[^s1] Der MIT-Professor für digitale Medien Nick Montfort hält El Ajedrecista für das erste Computerspiel und räumt ein, dass man es kaum als solches erkenne, weil es dem digitalen Universalrechner um Jahrzehnte vorausging.[^s1] Vorgeführt wurde die Maschine im Mechaniklabor der Sorbonne;[^s1][^s4][^s5] ChessBase nennt abweichend eine Pariser Weltausstellung von 1914.[^s3] Auch bei der Ausgangsstellung weichen die Quellen ab: Nach ChessBase gelang das Matt aus jeder Stellung der Figuren,[^s3] nach IEEE Spectrum und dem Chessprogramming Wiki verlangte das Programm für König und Turm der Maschine feste Felder (König a8, Turm b7), während der menschliche König auf jedem ungefährdeten Feld der ersten sechs Reihen stehen durfte.[^s1][^s6] Ende der Datei: 6 Quellen.