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Göbekli Tepe: Jäger und Sammler bauen Kreise aus Steinpfeilern

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ZeitalterUrgeschichte

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Auf dem Göbekli Tepe in der Südosttürkei bauten Jäger und Sammler im 10. und 9. Jahrtausend v. Chr. Kreisanlagen mit T-förmigen Steinpfeilern. Ob es Heiligtümer waren, ist umstritten.

Die Bauten auf dem Göbekli Tepe in der Südosttürkei stammen aus dem 10. und 9. Jahrtausend v. Chr.236 Errichtet wurden sie im Präkeramischen Neolithikum, als die Menschen noch von Jagd und Sammeln lebten.3 Die Schicht mit den Kreisanlagen fällt in die Zeit von 9600 bis 8800 v. Chr.3 Für die Pfeiler insgesamt wird auch die Spanne von 9600 bis 8000 v. Chr. genannt.4 Die Bauten zeigen eine kulturelle Komplexität, die man bei frühen Jägern und Sammlern nicht erwartet hatte.2

Monolithische T-förmige Pfeiler stehen in kreisförmigen Anlagen von 10 bis 30 Metern Durchmesser und sind durch Mauern und Bänke verbunden.3 Die Pfeiler im Kreis sind bis zu 4 Meter hoch und auf ein Paar größerer Pfeiler in der Mitte ausgerichtet.3 Die beiden mittleren Pfeiler messen etwa 5,5 Meter und wiegen rund 10 Tonnen.3 Gezählt sind mehr als 100 Pfeiler, zwischen 1,5 und 5 Meter hoch.4 Die meisten tragen flache Reliefs von Tieren, am häufigsten Füchse, Vögel und Schlangen.3

Als Fundstelle erkannt wurde der Hügel 1963 bei einer Geländebegehung der Universitäten Istanbul und Chicago.1 Klaus Schmidt erkannte 1994 in den Steinen neolithische T-Pfeiler und begann im folgenden Jahr mit den Ausgrabungen.1 Er leitete sie bis 2014, in Zusammenarbeit des Deutschen Archäologischen Instituts mit dem Archäologischen Museum in Şanlıurfa.2 Seit 2018 steht die Stätte auf der Welterbeliste der UNESCO.2

Seit der Entdeckung werden die Anlagen als Sondergebäude, Heiligtümer oder Tempel gedeutet, und diese Deutung ist bestritten worden.5 Eine Gegenposition sieht darin eine Siedlung mit symbolreichen, aber häuslichen Bauten.5 Die Ausgräber halten dagegen, dass sich die typische Wohnarchitektur der Zeit dort bisher nicht nachweisen ließ, und deuten die Bauten weiter als Orte für Kult und Ritual.5 Erwogen wird auch, dass solche Orte einen Wandel im Weltbild markierten, der erst danach zur Domestikation von Pflanzen und Tieren führte.3

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