--- id: goebekli-tepe-9600-v-chr title: 'Göbekli Tepe: Jäger und Sammler bauen Kreise aus Steinpfeilern' date: -9599-01-01 datePrecision: millennium dateSources: - s2 - s3 - s6 summary: >- Auf dem Göbekli Tepe in der Südosttürkei bauten Jäger und Sammler im 10. und 9. Jahrtausend v. Chr. Kreisanlagen mit T-förmigen Steinpfeilern. Ob es Heiligtümer waren, ist umstritten. themeId: theme-baumeister-und-bauwissen wikidata: - id: Q214944 name: Göbekli Tepe seeAlso: - id: stonehenge-3000-v-chr note: Ein späterer Kreis aus großen Steinen, in England um 3000 v. Chr. - area: ernaehrung id: shubayqa-brot-14400-jahre note: Auch dort lebten Jäger und Sammler, lange bevor es Ackerbau gab. verification: verified sources: - key: s1 title: >- Göbekli Tepe – The first 20 Years of Research, Part 1: A (Re-) Discovery (1994-1996) publisher: Deutsches Archäologisches Institut, The Tepe Telegrams url: https://www.dainst.blog/the-tepe-telegrams/2016/06/02/gobekli-tepe-the-first-20-years-of-research/ accessedAt: '2026-10-11' - key: s2 title: Preface (Göbekli Tepe, hrsg. von Ricardo Eichmann und Joris Peters) publisher: Reichert Verlag url: https://reichert-verlag.de/media/pdf/9783752008395_preface.pdf accessedAt: '2026-10-11' - key: s3 title: 'Cult as a Driving Force: Göbekli Tepe (Expedition 59/3)' publisher: Penn Museum url: https://penn.museum/documents/publications/expedition/59-3/human-history.pdf accessedAt: '2026-10-11' - key: s4 title: Göbekli Tepe (Bilim ve Teknik, Beilage zu Heft 560) publisher: TÜBİTAK Bilim ve Teknik url: https://bilimteknik.tubitak.gov.tr/wp-content/uploads/sites/154/2025/07/Gobekli-Tepe-ingilizce.pdf accessedAt: '2026-10-11' - key: s5 title: A Sanctuary … or so fair a House? publisher: Deutsches Archäologisches Institut, The Tepe Telegrams url: https://www.dainst.blog/the-tepe-telegrams/2017/01/24/a-sanctuary-or-so-fair-a-house/ accessedAt: '2026-10-11' - key: s6 title: "Turkey: Göbekli Tepe" publisher: "Current World Archaeology" url: https://www.world-archaeology.com/features/turkey-gobekli-tepe/ accessedAt: '2026-10-11' provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (Musterlauf: bauen)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-11' --- Die Bauten auf dem Göbekli Tepe in der Südosttürkei stammen aus dem 10. und 9. Jahrtausend v. Chr.[^s2][^s3][^s6] Errichtet wurden sie im Präkeramischen Neolithikum, als die Menschen noch von Jagd und Sammeln lebten.[^s3] Die Schicht mit den Kreisanlagen fällt in die Zeit von 9600 bis 8800 v. Chr.[^s3] Für die Pfeiler insgesamt wird auch die Spanne von 9600 bis 8000 v. Chr. genannt.[^s4] Die Bauten zeigen eine kulturelle Komplexität, die man bei frühen Jägern und Sammlern nicht erwartet hatte.[^s2] Monolithische T-förmige Pfeiler stehen in kreisförmigen Anlagen von 10 bis 30 Metern Durchmesser und sind durch Mauern und Bänke verbunden.[^s3] Die Pfeiler im Kreis sind bis zu 4 Meter hoch und auf ein Paar größerer Pfeiler in der Mitte ausgerichtet.[^s3] Die beiden mittleren Pfeiler messen etwa 5,5 Meter und wiegen rund 10 Tonnen.[^s3] Gezählt sind mehr als 100 Pfeiler, zwischen 1,5 und 5 Meter hoch.[^s4] Die meisten tragen flache Reliefs von Tieren, am häufigsten Füchse, Vögel und Schlangen.[^s3] Als Fundstelle erkannt wurde der Hügel 1963 bei einer Geländebegehung der Universitäten Istanbul und Chicago.[^s1] Klaus Schmidt erkannte 1994 in den Steinen neolithische T-Pfeiler und begann im folgenden Jahr mit den Ausgrabungen.[^s1] Er leitete sie bis 2014, in Zusammenarbeit des Deutschen Archäologischen Instituts mit dem Archäologischen Museum in Şanlıurfa.[^s2] Seit 2018 steht die Stätte auf der Welterbeliste der UNESCO.[^s2] Seit der Entdeckung werden die Anlagen als Sondergebäude, Heiligtümer oder Tempel gedeutet, und diese Deutung ist bestritten worden.[^s5] Eine Gegenposition sieht darin eine Siedlung mit symbolreichen, aber häuslichen Bauten.[^s5] Die Ausgräber halten dagegen, dass sich die typische Wohnarchitektur der Zeit dort bisher nicht nachweisen ließ, und deuten die Bauten weiter als Orte für Kult und Ritual.[^s5] Erwogen wird auch, dass solche Orte einen Wandel im Weltbild markierten, der erst danach zur Domestikation von Pflanzen und Tieren führte.[^s3] Ende der Datei: 6 Quellen.