Ursiel in Hamburg: Lindley beginnt 1842 die Kanalisation
Nach dem Großen Brand von 1842 begann Hamburg nach Plänen von William Lindley, Siele zu bauen. Es war die erste Kanalisation einer Stadt auf dem europäischen Kontinent.
Vom 5. bis zum 8. Mai 1842 zerstörte der Große Brand weite Teile der Hamburger Altstadt.3 Beim Wiederaufbau beauftragte die Stadt den englischen Ingenieur William Lindley, eine Trinkwasserversorgung und eine Abwasserentsorgung zu planen.4 Wenige Monate nach dem Brand begann an der Großen Bleichen der Bau des ersten Siels, des Ursiels.1 Nach Lindleys Plänen begann Hamburg damit als erste Stadt auf dem europäischen Kontinent eine Kanalisation.2,1
Lindley hielt sich zur Zeit des Brandes wegen eines anderen Bauvorhabens in der Stadt auf.1 Während des Feuers hatte er vorgeschlagen, den Brand durch Sprengungen einzugrenzen.2 Für den Senat arbeitete er als freier Berater.2 Die Siele leiteten das Abwasser als Schwemmkanalisation im Freigefälle in die Elbe.1 Innerhalb weniger Jahre entstand ein verzweigtes, kilometerlanges Netz unter der Stadt.1
Das Trinkwasser entnahmen die Hamburger Wasserwerke anfangs ohne Aufbereitung aus der Elbe.4 Auf eine Filterung verzichtete man aus Kostengründen, obwohl Pläne dafür vorlagen.4 Im benachbarten Altona wurde das Wasser seit 1859 gefiltert.4 Bei der Cholera-Epidemie 1892 starben in Hamburg viele Menschen, in Altona kaum jemand.4 Heute ist das Hamburger Abwassernetz knapp 6.000 Kilometer lang.1
Siehe auch
- Der „Great Stink“ bringt London 1858 ein Kanalnetz, das die Abwässer an der Stadt vorbeiführt 1858 London baute sein Sielnetz nach einem heißen Sommer, Hamburg nach einem Brand.
- Medizin Broad-Street-Pumpe: John Snow lässt den Schwengel abnehmen 1854 In London kam die Cholera über das Trinkwasser; Hamburg filterte sein Elbwasser anfangs nicht.