Nach dem Brand Roms im Jahr 64 schreibt Nero vor, wie die Stadt wieder aufgebaut wird
Im Juli 64 brannte Rom tagelang; nach Tacitus blieben nur vier der vierzehn Bezirke unversehrt. Für den Wiederaufbau ordnete Nero breite Straßen, begrenzte Gebäudehöhen, Bauten aus feuerfestem Stein und eigene Mauern für jedes Haus an.
Nach Tacitus brach das Feuer in dem Teil des Circus aus, der an Palatin und Caelius grenzt.1 Den ersten Ausbruch setzt er auf den 19. Juli;1 Livius.org datiert den Brand auf den 19. bis 27. Juli 64.3 Zum Stehen kam das Feuer nach Tacitus erst am sechsten Tag am Fuß des Esquilin, nachdem man Gebäude niedergerissen hatte.1 Sueton spricht von sechs Tagen und sieben Nächten der Zerstörung.2 Von den vierzehn Bezirken der Stadt wurden nach Tacitus drei dem Erdboden gleichgemacht;1 nach Livius.org blieben nur vier unversehrt.3
Tacitus zufolge wurde die Stadt nicht wie nach dem Brand durch die Gallier wahllos wieder aufgebaut, sondern mit abgemessenen Straßenzügen, breiten Straßen, begrenzter Gebäudehöhe und freien Plätzen.1 Vor die Fronten der Mietshäuser kamen Säulenhallen, die Nero auf eigene Kosten errichten wollte.1 Neubauten mussten massiv, ohne Holzbalken und aus Stein von Gabii oder Alba gebaut werden, der dem Feuer widersteht.1 Kein Gebäude durfte mehr Wände mit dem Nachbarn teilen; jedes sollte von eigenen Mauern umgeben sein.1 Aufseher sollten dafür sorgen, dass Wasser, das Private unerlaubt abzweigten, reichlicher und an mehr Stellen öffentlich floss.1 Nach Sueton entwarf Nero eine neue Bauform für die Stadt und ließ vor Häusern und Wohnblöcken Vorbauten errichten, von deren flachen Dächern aus man Brände bekämpfen konnte.2
Nach Tacitus verbesserten die Maßnahmen auch das Aussehen der Stadt.1 Er berichtet aber von Stimmen, die die alte Anlage für gesünder hielten, weil enge Straßen und hohe Häuser weniger Sonne hereinließen, während auf den breiten Flächen ohne Schatten nun drückende Hitze lag.1 Die Dauer bleibt in den Quellen unscharf: Der Kommentar von Owen und Gildenhard folgert aus Tacitus, dass auf die sechs Tage des ersten Brandes ein zweiter von drei Tagen folgte.4
Siehe auch
- Religion Nach dem Brand Roms 64 macht Nero die Christen verantwortlich 64 Derselbe Brand von der anderen Seite: wem Nero danach die Schuld gab.
- Unter Hadrian entsteht das Pantheon, dessen Betonkuppel bis heute ohne Bewehrung steht 125 Der Kuppelbau entstand rund sechzig Jahre später in derselben Stadt, aus Beton und ohne tragendes Holz.
- Der „Great Stink“ bringt London 1858 ein Kanalnetz, das die Abwässer an der Stadt vorbeiführt 1858 Auch in London setzte erst ein Notstand ein Bauprogramm durch, das die Stadt neu ordnete.
Hierher verwiesen
- Sport Nero tritt 67 in Olympia an und wird trotz Sturz zum Sieger erklärt 67 Drei Jahre zuvor hatte derselbe Kaiser nach dem Brand Roms den Wiederaufbau der Stadt geregelt.
- Religion Nach dem Brand Roms 64 macht Nero die Christen verantwortlich 64 Derselbe Brand von der anderen Seite: wie Nero die Stadt danach wieder aufbauen ließ.
- Im 18. Jahrhundert v. Chr. macht der Codex Hammurabi den Baumeister für ein einstürzendes Haus haftbar 1750 v. Chr. Wieder schreibt ein Herrscher vor, wie gebaut wird, diesmal nach einem Stadtbrand.