Unter Hadrian entsteht das Pantheon, dessen Betonkuppel bis heute ohne Bewehrung steht
Im frühen 2. Jahrhundert wurde das Pantheon in Rom unter Kaiser Hadrian neu gebaut; die Quellen datieren den Bau unterschiedlich zwischen 118 und 128. Seine Kuppel aus römischem Beton von rund 43 Metern Durchmesser gilt als größte unbewehrte Betonkuppel der Welt.
Das heutige Pantheon in Rom ist ein Neubau unter Kaiser Hadrian, den Britannica auf die Jahre zwischen 118 und 128 datiert.1 Das italienische Kulturministerium spricht von einer Wiederherstellung durch Hadrian zwischen 118 und 125, nachdem der Vorgängerbau in den Jahren 80 und 110 beschädigt worden war.2 Den ersten Tempel an dieser Stelle gründete nach dem Ministerium Marcus Vipsanius Agrippa zwischen 27 und 25 v. Chr.;2 Britannica lässt den Bau 27 v. Chr. beginnen.1 Dass der stehende Bau ein Neubau unter Hadrian ist, zeigte erst 1892 eine Auswertung gestempelter Ziegel aus dem Gebäude und seiner Umgebung.3
Der Innenraum ist ein Rundsaal von 43,30 Metern Durchmesser und ebensolcher Höhe.2 Britannica zufolge war die Kuppel bis in die Neuzeit die größte, die je gebaut wurde.1 Das MIT beschreibt sie als die größte unbewehrte Betonkuppel der Welt, die noch intakt ist.4 Für ihren Beton verwendeten die Römer puzzolanisches Material wie Vulkanasche aus der Gegend von Pozzuoli.4 Britannica führt die Haltbarkeit der Kuppel auf die Güte des Mörtels und auf die Abstufung der Zuschläge zurück: von schwerem Basalt im Fundament über Ziegel und Tuff bis zu leichtem Bims zur Mitte des Gewölbes.1 Nach dem Smarthistory-Essay ist der Kuppelbeton in sechs Schichten gestuft, oben mit Schlacke, einem leichten vulkanischen Gestein.3 Die runde Öffnung im Scheitel, das , war die einzige Quelle direkten Lichts im Innenraum;3 Regenwasser, das dort hereinfällt, läuft durch 22 Löcher in der Mitte des Bodens ab.2
Eine erneute Prüfung der Ziegelstempel ergab nach dem Smarthistory-Essay, dass fast alle Ziegel aus den 110er Jahren unter Trajan stammen; der Bau sei demnach ab etwa 114 entworfen und unter Hadrian zwischen 125 und 128 vollendet worden.3 Nach einer Rezension in den Dissertationes Archaeologicae fand Lise Hetland unter 70 Stempeln im Bau nur einen, der sicher in Hadrians Regierungszeit fällt, aus dem Jahr 123.7 PBS nennt als Fertigstellungsjahr 123,5 das MIT eine Weihe im Jahr 128.4 Nach Britannica, dem Ministerium und dem Tourismusamt der Stadt Rom wurde das Pantheon 609 als Kirche Santa Maria ad Martyres geweiht;1,2,6 der Smarthistory-Essay hält den 13. Mai 613 für das nach heutiger Beweislage wahrscheinlichere Datum.3
Siehe auch
- Justinian weiht 537 die Hagia Sophia, deren erste Kuppel 558 einstürzt 537 Die jüngere der beiden großen Kuppeln im Bestand; ihre erste stürzte nach gut zwanzig Jahren ein.
- Am 25. März 1436 weiht Papst Eugen IV. in Florenz die Domkuppel, die Brunelleschi ohne Lehrgerüst gebaut hat 1436 Gut 1300 Jahre später überwölbt Brunelleschi in Florenz einen größeren Raum, aus Ziegeln und ohne Lehrgerüst.
Hierher verwiesen
- Am 25. März 1436 weiht Papst Eugen IV. in Florenz die Domkuppel, die Brunelleschi ohne Lehrgerüst gebaut hat 1436 Die römische Betonkuppel, an der die Quellen Brunelleschis Bau messen.
- Justinian weiht 537 die Hagia Sophia, deren erste Kuppel 558 einstürzt 537 Die ältere der beiden großen Kuppeln im Bestand; beide überspannen ihren Raum ohne Stahl.
- Nach dem Brand Roms im Jahr 64 schreibt Nero vor, wie die Stadt wieder aufgebaut wird 64 Der Kuppelbau entstand rund sechzig Jahre später in derselben Stadt, aus Beton und ohne tragendes Holz.
- Im 1. Jahrhundert v. Chr. schreibt Vitruv „De architectura“, die einzige vollständig erhaltene Architekturschrift der Antike 30 v. Chr. Vitruv beschreibt Kalk und Stein als Baustoffe; das Pantheon zeigt ein gutes Jahrhundert später, was Rom daraus baute.
- Verkehr Via Appia: Zensor Appius Claudius beginnt 312 v. Chr. den Bau 312 v. Chr. Römisches Bauen gut 400 Jahre später, mit Beton statt Kies und Steinplatten.
- Parthenon in Athen: Bau beginnt 447 v. Chr. unter Perikles 447 v. Chr. Ein anderer Tempelbau der Antike: Rom überspannt den Raum mit einer Kuppel aus Beton statt mit Säulen und Marmorbalken.