Statute of Labourers: England deckelt 1351 Löhne nach der Pest
Nach dem Schwarzen Tod fehlten in England Arbeitskräfte, und die Löhne stiegen. Das Statute of Labourers von 1351 verpflichtete Arbeitsfähige, zum alten Lohn zu dienen, und bestrafte Herren, die mehr zahlten; durchsetzen ließ es sich kaum.
1351 wurde in England das Statute of Labourers erlassen.1,3 Es sollte dem Mangel an Arbeitskräften und den steigenden Löhnen begegnen, die der Schwarze Tod durch den starken Rückgang der Bevölkerung verursacht hatte.1 Die Löhne sollten auf dem Stand vor der Pest bleiben, und Arbeiter mussten für jeden Arbeitgeber arbeiten, der den gesetzlichen Lohn bot.1 Vorausgegangen war im Juni 1349 eine Notverordnung des königlichen Rates.4
Die Verordnung begründete sich damit, dass ein großer Teil der Arbeiter und Diener in der Pest gestorben sei und manche nur noch gegen übermäßigen Lohn dienen wollten.2 Jeder Mann und jede Frau, frei oder unfrei, arbeitsfähig und unter sechzig Jahren, sollte nur den Lohn nehmen, der im zwanzigsten Regierungsjahr des Königs an diesem Ort üblich gewesen war.2 Wer einen Dienst ohne vernünftigen Grund vor Ablauf der vereinbarten Zeit verließ, kam ins Gefängnis.2 Herren, die mehr zahlten oder versprachen, drohte die dreifache Summe als Strafe.2 Das Statut von 1351 verlangte, Knechte für ein ganzes Jahr oder übliche Fristen anzustellen und nicht tageweise, und drohte Knechten, die den Eid darauf verweigerten, mit drei Tagen oder mehr im Stock.3 Es setzte auch einzelne Tagelöhne fest, für einen Zimmermeister etwa drei Pence.3
Trotz entschlossener Bemühungen und eigens eingesetzter Richter ließ sich das Gesetz nur schwer durchsetzen.4 Nach dem Oxford Companion to British History musste sogar der Zimmermann in Knightsbridge, der den Stock für die Verurteilten baute, über dem Satz bezahlt werden.4 Der Unmut darüber trug zu den Beschwerden bei, die 1381 in den Bauernaufstand mündeten.4 Aufgehoben wurde das Statut nach Britannica erst 1875.1
Siehe auch
- Der Europäische Gerichtshof hält die Mindestlohnrichtlinie im Kern aufrecht und streicht ihre Pflichtkriterien 2025 1351 setzte das Gesetz den Löhnen eine Obergrenze, 2022 eine EU-Richtlinie eine Untergrenze.
Hierher verwiesen
- Ontario hebt den Mindestlohn am 1. Oktober 2026 auf 17,95 Dollar 2026 Auch dort setzte ein Gesetz den Lohn, damals als Obergrenze statt als Untergrenze.
- Florida hebt den Mindestlohn am 30. September 2026 auf 15 Dollar 2026 Ein früher Lohn per Gesetz, der die Löhne nach oben deckelte statt nach unten abzusichern.
- Der Europäische Gerichtshof hält die Mindestlohnrichtlinie im Kern aufrecht und streicht ihre Pflichtkriterien 2025 Das englische Gesetz von 1351 setzte Höchstlöhne fest; die Richtlinie soll Mindestlöhne sichern.
- Reichstag beschließt 1883 die Krankenversicherung für Arbeiter 1883 Fünfhundert Jahre früher deckelte der Staat die Löhne, statt die Arbeiter abzusichern.
- Das Statute of Artificers ordnet 1563 Lohn, Dienstpflicht und Lehrzeit in England neu 1563 Das Statut von 1563 löste die Arbeitsgesetze ab, die mit dem Statute of Labourers nach der Pest begonnen hatten.
- Ernährung und Landwirtschaft Ein englisches Statut bindet um 1266 Brot und Bier an den Preis des Getreides 1266 Knapp neunzig Jahre später setzte die englische Krone per Statut auch die Löhne fest.
- Im 10. Jahrhundert regelt das Eparchenbuch die Zünfte von Konstantinopel bis zur Anstellung der Arbeiter 911 Auch 1351 wird bestraft, wer mehr Lohn zahlt als erlaubt.
- Konstantin bindet 332 die Kolonen an Hof und Grundherrn 332 Auch das englische Gesetz von 1351 verbot Arbeitenden, ihren Dienst vorzeitig zu verlassen, und drohte mit Strafe.
- Im 12. Jahrhundert v. Chr. streiken die Grabarbeiter von Deir el-Medina um ausbleibende Rationen 1157 v. Chr. Auch 1351 stritten Arbeitende und Obrigkeit um den Lohn; dort setzte der König ihn per Gesetz fest.
- Im 18. Jahrhundert v. Chr. legt der Codex Hammurabi Löhne für Feldarbeiter, Tagelöhner und Handwerker fest 1750 v. Chr. Drei Jahrtausende später legt wieder ein König die Löhne der Arbeitenden per Gesetz fest.