Zeitalter nach der europäischen Epocheneinteilung der Geschichtswissenschaft. Sie werden aus dem Datum eines Eintrags berechnet und sind ein Zeitband: Ein Eintrag aus China oder Mesoamerika liegt im selben Band, gehört deshalb aber nicht zur europäischen Geschichte.
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529
Justinian lässt das geltende Kaiserrecht in einem Codex sammeln
Im April 529 verkündete Kaiser Justinian einen Codex, der die geltenden kaiserlichen Gesetze in einer Sammlung zusammenfasste. Was nicht aufgenommen war, verlor seine Geltung; schon 534 ersetzte ihn eine überarbeitete Fassung. -
604
Shōtoku gibt Japan eine Ordnung in siebzehn Artikeln
Im Jahr 604 legt der Regent Shōtoku eine Ordnung aus siebzehn Artikeln vor, die einen geeinten Staat unter einem Herrscher nach chinesischem Vorbild beschreibt. Umgesetzt wird davon zunächst wenig, und ob der Text von ihm stammt, ist umstritten. -
843
Vertrag von Verdun: Karls des Großen Enkel teilen sein Reich
Im August 843 einigten sich die drei Enkel Karls des Großen in Verdun darauf, sein Reich unter sich aufzuteilen. Der Tag ist nicht gesichert. Aus der Trennung in Ost und West wurden die Umrisse, auf denen später alles andere spielte. -
930
Alþingi entsteht auf Þingvellir als Versammlung für ganz Island
Um 930 trat auf der Ebene Þingvellir erstmals eine Versammlung für ganz Island zusammen. Ein genaues Datum ist nicht überliefert; die Quellen nennen übereinstimmend nur das Jahr. -
1122
Wormser Konkordat: Kaiser und Papst teilen die Bischofseinsetzung
Am 23. September 1122 einigten sich Kaiser Heinrich V. und Papst Calixt II. in Worms. Der Kaiser verzichtete auf die Investitur mit Ring und Stab, behielt aber die Belehnung der Gewählten mit den weltlichen Rechten ihres Amts. -
1188
Cortes von León lassen erstmals Städtevertreter mitentscheiden
Alfons IX. von León beruft 1188 eine Versammlung ein, an der neben Adel und Klerus gewählte Vertreter der Städte teilnehmen. Die UNESCO führt die Beschlüsse als ältesten schriftlichen Beleg des europäischen Parlamentarismus. -
1215
König Johann besiegelt die Magna Carta
Am 15. Juni 1215 besiegelt König Johann auf einer Wiese bei Runnymede eine Urkunde, die ihn selbst an Regeln bindet. Zehn Wochen später erklärt der Papst sie für nichtig — drei Klauseln ihrer Fassung von 1297 gelten in England bis heute. -
1356
Die Goldene Bulle legt fest, wer den König wählt
Auf zwei Hoftagen in Nürnberg und Metz lässt Kaiser Karl IV. 1356 ein Gesetzeswerk verkünden, das die Königswahl regelt: Sieben Kurfürsten wählen, eine Mehrheit genügt, der Papst wirkt nicht mit. Es gilt bis 1806.