Shōtoku gibt Japan eine Ordnung in siebzehn Artikeln
Im Jahr 604 legt der Regent Shōtoku eine Ordnung aus siebzehn Artikeln vor, die einen geeinten Staat unter einem Herrscher nach chinesischem Vorbild beschreibt. Umgesetzt wird davon zunächst wenig, und ob der Text von ihm stammt, ist umstritten.
Im Jahr 604 legte der Regent Shōtoku in Japan eine Ordnung aus siebzehn Artikeln vor.1,2 Die überlieferte Fassung datiert sie auf den dritten Tag des vierten Monats.1 Shōtoku führte die Regierung als Regent für seine Tante.3 Er stand dem Klan der Soga nahe, der die Politik jener Zeit beherrschte.3
Eine Verfassung ist das Dokument nur dem Namen nach: Britannica beschreibt es als Sammlung sittlicher Gebote für die herrschende Schicht, die World History Encyclopedia als Ethikkodex.2,3 Es entstand, als Japan in erbliche, weitgehend selbständige Verbände zerfiel, die .2 Im Vordergrund stehen konfuzianische Vorstellungen: ein geeinter Staat unter einem Herrscher und Beamte, die nach Verdienst statt nach Herkunft eingesetzt werden.2 Der erste Artikel stellt die Eintracht über den Streit.1 Der zweite verlangt Ehrfurcht vor Buddha, der buddhistischen Lehre und der Priesterschaft.1 Der zwölfte untersagt dem örtlichen Adel, vom Volk Steuern zu erheben, denn ein Land könne nicht zwei Herren haben.1 Im selben Jahr führte Shōtoku nach chinesischem Vorbild zwölf Rangstufen für Beamte ein, die an der Farbe ihrer Kopfbedeckung zu erkennen waren.3
Die meisten Bestimmungen wurden erst viel später umgesetzt.2 Ob Shōtoku den Text selbst verfasst hat, ist nicht gesichert; einige Historiker halten die erhaltene Fassung für eine spätere Fälschung.2 Die World History Encyclopedia hält es für möglich, dass er nicht von Shōtoku stammt, sondern von ihm angeregt und nach seinem Tod als Würdigung verfasst wurde.3
Siehe auch
- König Johann besiegelt die Magna Carta 1215 Sechs Jahrhunderte später wird in England nicht die Macht des Herrschers gestärkt, sondern die des Königs begrenzt.
- Vertrag von Verdun: Karls des Großen Enkel teilen sein Reich 843 Gut zwei Jahrhunderte später wird in Europa ein Reich nicht zusammengeführt, sondern geteilt.
Hierher verwiesen
- Justinian lässt das geltende Kaiserrecht in einem Codex sammeln 529 Auch Japan bekommt eine geschriebene Ordnung — als Ziel nach fremdem Vorbild, nicht als Sammlung.