Der Tōkaidō-Shinkansen nimmt den Betrieb auf
Am 1. Oktober 1964 fährt zwischen Tokio und Osaka die erste Schnellfahrstrecke der Welt, mit Zügen von anfangs 210 Kilometern in der Stunde. Entscheidend ist nicht der Zug, sondern die eigene Trasse.
Am 1. Oktober 1964 nahm der Tōkaidō-Shinkansen zwischen Tokio und Osaka den kommerziellen Betrieb auf.1,3 Sie war die erste Schnellfahrstrecke der Welt; die Züge fuhren anfangs 210 Kilometer in der Stunde.1,3 Die Eröffnung lag wenige Tage vor den Olympischen Sommerspielen in Tokio.1,4
Japans Eisenbahnnetz war seit 1872 in einer Spurweite von 1.067 Millimetern gebaut; der Shinkansen bekam die international übliche von 1.435 Millimetern — und damit eine vollständig eigene Trasse, auf der kein anderer Verkehr lief.1,4 Ein Vorläufer hatte das schon einmal versucht: Das Projekt Dangan Ressha, der „Geschossszug", sollte ab 1939 Tokio mit Shimonoseki verbinden, wurde aber im Pazifikkrieg aufgegeben.1
Die Wirkung war international.1 Der Erfolg der Strecke ermutigte zum Bau ähnlicher Systeme in anderen Ländern: Frankreichs TGV folgte 1981 und fuhr zunächst mit 270 Kilometern in der Stunde schneller, der deutsche Intercity-Express kam 1991 hinzu.1 Japan zog nach; auf der Tōhoku-Strecke wird heute mit 320 Kilometern in der Stunde gefahren.1 Taiwans Schnellbahn übernahm die japanische Zugsicherung ATC, China entwarf seine Wagen teils nach dem Vorbild des Shinkansen.1
Der Betreiber JR Central gibt an, dass seit Betriebsaufnahme kein Unfall mit getöteten oder verletzten Fahrgästen an Bord aufgetreten ist; Nippon.com stellt für die ersten fünfzig Jahre fest, dass es weder eine tödliche Entgleisung noch einen Zusammenstoß gab.1,2 Die mittlere Verspätung lag im Geschäftsjahr 2023 bei 1,6 Minuten je eingesetztem Zug, einschließlich Störungen durch Naturereignisse, bei 372 Fahrten und 432.000 Fahrgästen am Tag.2 Gegenüber dem Flugzeug auf derselben Strecke gibt JR Central rund ein Achtel des Energieeinsatzes je Sitzplatz und etwa ein Zwölftel der Kohlendioxid-Emissionen an — eine Angabe des Betreibers.2 Die Höchstgeschwindigkeit liegt heute bei 285 Kilometern in der Stunde.2,3
Siehe auch
- Stockton and Darlington Railway: Öffentliche Bahn fährt mit Dampf 1825 Hundertneununddreißig Jahre zuvor begann die Schiene als öffentliche Einrichtung.
- Die erste Containerfahrt der Ideal-X 1956 Beide Male entsteht Leistung aus eigener Infrastruktur, nicht aus dem Fahrzeug.
Hierher verwiesen
- Der TGV nimmt Paris–Lyon den halben Weg ab 1981 Siebzehn Jahre vorher hatte Japan gezeigt, dass hohe Geschwindigkeit eine eigene Strecke braucht.
- Stockton and Darlington Railway: Öffentliche Bahn fährt mit Dampf 1825 Hundertneununddreißig Jahre später dieselbe Grundfrage — Trasse statt Fahrzeug.