Mescha-Stele: Moabs König dankt Kemosch für den Sieg über Israel
Auf der Mescha-Stele aus dem 9. Jahrhundert v. Chr. dankt König Mescha von Moab seinem Gott Kemosch für die Befreiung von Israel. Sie nennt auch Jahwe und gilt als ältester Beleg dieses Gottesnamens.
Die Mescha-Stele trägt eine Inschrift von 34 Zeilen in einer Schrift phönizischen Typs.1 König Mescha von Moab ließ sie in Dibon aufstellen, dem heutigen Dhiban.4 Er weihte sie seinem Gott Kemosch, aus Dank dafür, dass dieser die Moabiter von der Herrschaft Israels befreit habe.4 Aufgestellt war sie in einem Heiligtum dieses Nationalgottes.3 Datiert wird sie ins 9. Jahrhundert v. Chr.1,3 Genauer gehen die Angaben auseinander: kurz nach 842 v. Chr.,1 um 860 v. Chr.2 oder im dritten Viertel des 9. Jahrhunderts v. Chr.4
In der Inschrift heißt es, Omri, der König Israels, habe Moab viele Jahre gedemütigt, weil Kemosch seinem Land zürnte; Mescha aber habe über Omris Sohn und dessen Haus gesiegt, und Israel sei für immer untergegangen.4 Nach dem Text nahm er die Gefäße JHWHs und brachte sie vor Kemosch.2 Die Stele nennt damit Jahwe, den Gott Israels, und gilt als ältester Beleg dieses Gottesnamens.3 Seit ihrer Entdeckung wurde Meschas Feldzug mit seinem Aufstand nach dem Tod Ahabs und dem gescheiterten Feldzug Jorams gegen ihn verbunden, von dem 2. Könige 3 erzählt; beide Kriege lassen sich aber kaum gleichsetzen.3
Gefunden wurde die Stele 1868 in Dhiban, von dem Missionar Frederick Augustus Klein.3,4 Danach zerbrachen Bewohner der Gegend sie in Stücke; als Grund nennen die Quellen die Angst, einen Talisman zu verlieren,2 die Vermutung, in ihr stecke ein Schatz oder ein Geist,4 oder Hass auf den Pascha von Nablus.3 Charles Clermont-Ganneau besaß bereits einen der Inschrift und sammelte die meisten Bruchstücke wieder ein.2,3 Seit 1875 ist die Stele im Louvre ausgestellt,3 unvollständig, wieder zusammengefügt und ergänzt.1
André Lemaire schlug 1994 vor, die Stele nenne das Königreich Juda als „Haus Davids“.5 Die Stelle am Ende von Zeile 31 ist beschädigt,3 die Lesung deshalb unsicher.5 Lemaire und Jean-Philippe Delorme sehen sie durch neue Fotografien bestätigt, Matthieu Richelle und Andrew Burlingame halten sie weiter für spekulativ.5
Siehe auch
- Joschija zentralisiert um 622 v. Chr. den Kult in Jerusalem 622 v. Chr. Zwei Jahrhunderte später bindet Juda den Kult desselben Gottes an Jerusalem.
- Kyros-Zylinder: Der Perserkönig lässt Götterbilder heimkehren 539 v. Chr. Auch hier spricht ein Herrscher in einer Inschrift über Götter und ihre Kultgeräte.
Hierher verwiesen
- Bildung Gezer-Kalender aus dem 10. Jh. v. Chr. gilt manchen als Schreibübung 950 v. Chr. Eine Inschrift aus derselben Region und Schrifttradition, rund ein Jahrhundert jünger.
- Pestgebete Muršilis II.: Hethiterkönig bekennt Schuld des Vaters 1310 v. Chr. Auch Mescha deutet das Unglück seines Landes als Zorn eines Gottes.
- Restaurationsstele: Tutanchamun stellt die alten Kulte wieder her 1330 v. Chr. Auch dort spricht ein König in Stein über sein Verhältnis zu den Göttern des Landes.