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Etana-Epos: Ein König von Kisch fliegt auf einem Adler zum Himmel

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ZeitalterAltertum

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Im mesopotamischen Etana-Epos steigt König Etana von Kisch auf dem Rücken eines Adlers zum Himmel auf. Bilder der Szene sind aus der Zeit Sargons von Akkad im 3. Jahrtausend v. Chr. bekannt.

Das Etana-Epos erzählt von Etana, einem König von Kisch, der auf einem Adler zum Himmel aufsteigt, um von den Göttern das Kraut des Gebärens zu holen und einen Sohn zu bekommen.13 Rollsiegel, die Etana auf dem Rücken des Adlers zeigen, stammen aus der Regierungszeit Sargons von Akkad (2334–2279 v. Chr.).1 Die ältesten erhaltenen Fassungen des Textes stammen aus dem frühen 2. Jahrtausend v. Chr.6 und damit aus der altbabylonischen Zeit, etwa 1894 bis 1595 v. Chr.13 Nach einer anderen Darstellung werden Erwähnungen Etanas auf Tontafel-Bruchstücken schon in die Zeit Sargons datiert.4 Die Sumerische Königsliste nennt Etana den Hirten, der zum Himmel aufstieg, und gibt ihm 1.500 Regierungsjahre.2 Als seinen Nachfolger führt sie seinen Sohn Balih.24

Überliefert ist das Epos in zwei altbabylonischen Handschriften, mehreren mittelassyrischen aus Assur und einer größeren Gruppe neuassyrischer aus Ninive.3 Eine der altbabylonischen Tafeln stammt aus Susa.3 Wo sich die Fassungen überschneiden, stimmen sie über die Jahrhunderte teils fast wörtlich überein.31 Erkannt wurde der Text 1894 auf Bruchstücken aus den Ruinen der Bibliothek Assurbanipals.1 Ein großer Teil des erhaltenen Textes handelt nicht von Etana, sondern von einem Adler und einer Schlange.3

Der Sonnengott Schamasch führt Etana zu einer Grube, in der der Adler leidet, und Etana pflegt ihn gesund.1 Weil der Adler das Kraut nicht findet, fliegen beide zum Himmel, um die Göttin Ischtar zu befragen.4 Beim Aufstieg zeigt der Adler Etana die Erde: In der Übersetzung von Stephen Langdon wird das Land zu einem Garten und das weite Meer gleicht einem Weidenkorb.5 In einer anderen Fassung ruft Etana, er könne das Land nicht mehr sehen und das Meer nicht mehr finden, und lässt den Adler los.1 Der Adler stürzt ihm nach und fängt ihn auf.1 Wie die Geschichte endet, ist offen: Nach der World History Encyclopedia erreichen beide beim zweiten Versuch den Himmel, der Rest ist verloren; eine ältere Fachnotiz im Journal of Theological Studies schreibt, das Kraut sei nie gewonnen worden.15

Obwohl nur Bruchstücke erhalten sind, gilt das Epos als eines der ältesten erhaltenen Werke der mesopotamischen Literatur.4 Die Vorstellung eines Menschen, der in die Höhe des Himmels getragen wird, kehrte später in der Himmelfahrt Alexanders wieder.5

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