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In Oppau geht 1913 die erste Fabrik in Betrieb, die Ammoniak aus dem Stickstoff der Luft gewinnt

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1913 nahm BASF in Oppau die erste Anlage in Betrieb, die Fritz Habers Ammoniaksynthese im Industriemaßstab ausführte; Carl Bosch hatte sie entwickelt. Das Verfahren lieferte Dünger und im Ersten Weltkrieg Munition; nach Schätzungen hängen heute 40 bis 50 Prozent der Weltbevölkerung davon ab.

1913 ging in Oppau nördlich von Ludwigshafen die erste Anlage in Betrieb, die Ammoniak im industriellen Maßstab synthetisierte.12 Ein BASF-Team unter Carl Bosch hatte seit 1908 daran gearbeitet, das Laborverfahren des Karlsruher Chemikers Fritz Haber zu übertragen.1 Nach der Nobel-Biografie Boschs hatte BASF Habers Hochdruckverfahren 1908 erworben.2 Nach Britannica war Haber-Bosch das erste industrielle chemische Verfahren, das eine Reaktion unter hohem Druck ablaufen ließ.3 Entscheidend für die Zusammenarbeit war nach dem Science Museum Habers Vorführung vor dem Unternehmen am 2. Juli 1909.4

Für den Großbetrieb ersetzten Bosch und seine Mitarbeiter Habers teure Osmium und Uran durch reines Eisen mit Zusätzen.2 1917 folgten die noch größeren Leunawerke bei Merseburg.2 Das Science History Institute schreibt, das Verfahren habe Deutschland mit Dünger und Munition versorgt, nachdem die britische Seeblockade die Lieferungen aus Chile abgeschnitten hatte.6

Haber erhielt für das Verfahren den Nobelpreis für Chemie für das Jahr 1918.36 Die Vergabe löste große Bestürzung aus, weil Haber auch das Giftgas entwickelt hatte, das 1915 bei Ypern erstmals eingesetzt wurde.6 Wie viele Menschen der Stickstoffdünger heute ernährt, schätzt Our World in Data nach mehreren Studien auf 40 bis 50 Prozent der Weltbevölkerung.5 Vaclav Smil kam für das Jahr 2000 auf 40 Prozent, Erisman und Kollegen auf 44 Prozent im Jahr 2000 und 48 Prozent im Jahr 2008.5

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