Das Kanalsystem von Wyschni Wolotschok öffnet 1709 den Wasserweg von der Wolga nach St. Petersburg
1709 wurde bei Wyschni Wolotschok die erste künstliche Wasserstraße Russlands eröffnet. Ein kurzer Kanal zwischen Twerza und Zna verband das Wolgabecken mit dem neuen St. Petersburg; erst Umbauten ab 1719 machten ihn dauerhaft befahrbar.
1709 wurde bei Wyschni Wolotschok die Schifffahrt auf der ersten künstlichen Wasserstraße Russlands eröffnet, die Wolga und Ilmensee verband.3,2 Damit bekam das neue St. Petersburg einen durchgehenden Wasserweg nach Zentralrussland und in das ganze Wolgabecken.1 Peter I. hatte die Arbeiten im Januar 1703 angeordnet.2,3
Kern war der 2,8 Kilometer lange Twerezki-Kanal zwischen den Flüssen Twerza und Zna, mit zwei Halbschleusen.3,2 Die Twerza fließt zur Wolga und damit zum Kaspischen Meer, die Zna über Wyschni Wolotschok zur Ostsee.4 Gebaut wurde unter Aufsicht des Fürsten Matwei Gagarin nach Plänen niederländischer Meister.2 Schon im Sommer 1710 zeigte sich, dass der Kanal zu flach war und große Schiffe ihn im Sommer nicht passieren konnten.2
1719 übernahm der Kaufmann Michail Serdjukow den Kanal.2,4 Er leitete zusätzliches Wasser aus der Schlina heran; nach dem Bau eines Damms und neuer Kanäle konnten die Schiffe von 1722 an ohne Aufenthalt passieren.3 Befördert wurden unter anderem Schiffsbauholz, Getreide und Eisen aus dem Ural.4 1774 kaufte der Staat das System der Familie Serdjukow ab.3 Mit den Eisenbahnen ging der Verkehr zurück;4 als Durchgangsweg endete das System 1889.3 Offiziell aufgehoben wurde es 1892; danach diente es noch eine Zeit lang der Flößerei.2
Siehe auch
- Der Canal du Midi verbindet Atlantik und Mittelmeer 1681 Drei Jahrzehnte zuvor hatte Frankreich zwei Meere durch einen Kanal verbunden; hier ging es um Wolga und Ostsee.