Die Meeresbodenbehörde verlängert 2026 einen umstrittenen Explorationsvertrag, ohne Abbauregeln zu beschließen
Am 20. Juli 2026 verlängerte der Rat der Internationalen Meeresbodenbehörde den Explorationsvertrag einer Tochter von The Metals Company um fünf Jahre. Das geschah, obwohl das Unternehmen Abbaugenehmigungen in den USA verfolgt. Die Regeln für den Tiefseebergbau blieben erneut unbeschlossen.
Am 20. Juli 2026 verlängerte der Rat der Internationalen Meeresbodenbehörde (ISA) den Explorationsvertrag von Nauru Ocean Resources Inc. (NORI) in der Clarion-Clipperton-Zone um fünf Jahre; nach Angaben des Mutterkonzerns The Metals Company (TMC) geschah das im Konsens.4 Greenpeace nennt dasselbe Beschlussdatum.5 Der Beschluss des Rates ist auf die Sitzung vom 20. Juli 2026 datiert und betrifft einen Antrag auf Verlängerung um fünf Jahre.7 Der Vertrag gibt NORI fünf weitere Jahre, in ihren Gebieten im Pazifik nach Rohstoffen zu suchen.1 Der Rat mit 36 Mitgliedern tagte vom 13. bis 24. Juli in Kingston auf Jamaika.1 Ein Regelwerk für den kommerziellen Abbau am Meeresboden beschloss er erneut nicht.1,2
Umstritten war die Verlängerung, weil TMC USA 2025 bei der US-Behörde NOAA Genehmigungen für Erkundung und Abbau in vielen derselben Gebiete beantragt hatte.1 Die NOAA stützt sich dabei auf ein US-Gesetz von 1980, dessen Vereinbarkeit mit dem Völkerrecht umstritten ist.1 Die ISA ließ deshalb im Juli 2025 untersuchen, ob TMC seine Vertragspflichten noch erfüllt.1 Nach Oceanographic betonten Regierungen, die Verlängerung sei keine Billigung des Verhaltens („not a sign of approval“), und der Ausgang der Untersuchung sei offen.2 Greenpeace nannte die Verlängerung einen gefährlichen Präzedenzfall.5
Insgesamt genehmigten die Mitgliedstaaten auf der Tagung neun Anträge auf Verlängerung von Explorationsverträgen.3 Der Rat beauftragte das Sekretariat, zur ersten Hälfte der 32. Tagung einen Fahrplan mit Etappen bis zur Verabschiedung der Abbauregeln vorzulegen.3 An diesem Regelwerk arbeitet die ISA seit 2014 und hat Fristen dafür regelmäßig verfehlt.1 TMC erwartet die US-Genehmigung nach eigenen Angaben vor der geplanten Inbetriebnahme seines Sammelsystems im vierten Quartal 2027.4
In Einzelheiten weichen die Berichte voneinander ab.1,2 Oceanographic zählt 43 Regierungen, die ein Moratorium oder eine vorsorgliche Pause unterstützen,2 Mongabay 45 Länder.1 Am 1. August 2026 nannte Greenpeace 46 Staaten, nachdem sich Mauritius, Mosambik und die Republik Kongo angeschlossen hatten.9 Auch Mongabay zählte im August 46.8 Oceanographic schreibt außerdem, der Rat habe über die Verlängerung abgestimmt, und nennt TMC ein US-Unternehmen; Mongabay bezeichnet es als kanadisch.2,1 Im Register der US-Börsenaufsicht SEC steht als Geschäftsadresse Vancouver, ein Büro hat das Unternehmen dort nach eigenen Angaben aber nicht.6
Siehe auch
- Das UN-Abkommen zum Schutz der Artenvielfalt auf der Hohen See tritt 2026 in Kraft 2026 Ein halbes Jahr zuvor trat das Abkommen zum Schutz der Hohen See in Kraft; den Meeresboden darunter regelt die ISA.