Das UN-Abkommen zum Schutz der Artenvielfalt auf der Hohen See tritt 2026 in Kraft
Am 17. Januar 2026 trat das BBNJ-Abkommen in Kraft, das die Artenvielfalt in Meeresgebieten jenseits nationaler Hoheitsgewalt regelt. Es erlaubt erstmals Meeresschutzgebiete in internationalen Gewässern.
Am 17. Januar 2026 trat das Abkommen der Vereinten Nationen über die biologische Vielfalt in Meeresgebieten jenseits nationaler Hoheitsgewalt in Kraft, kurz BBNJ-Abkommen.1,2 Am 19. September 2025 hatten Marokko und Sierra Leone als 60. und 61. Staat ratifiziert; damit war die Schwelle erreicht, und das Abkommen trat 120 Tage nach der 60. Ratifikation in Kraft.2,4 Angenommen worden war es am 19. Juni 2023 in New York.1,3 Zur Unterzeichnung lag es vom 20. September 2023 bis zum 20. September 2025 aus.1
Das Abkommen ist das dritte Durchführungsübereinkommen zum Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen.1 Es regelt vier Bereiche: marine genetische Ressourcen und die gerechte Verteilung der Vorteile daraus, gebietsbezogene Instrumente einschließlich Meeresschutzgebieten, Umweltverträglichkeitsprüfungen sowie Kapazitätsaufbau und Weitergabe von Meerestechnik.1 Die Meeresgebiete jenseits nationaler Hoheitsgewalt machen nach Mercator Ocean und der Universität Tromsø fast zwei Drittel des Ozeans aus, nach UN News zwei Drittel.2,3,5 Das norwegische Zentrum für Seerecht in Tromsø rät von der Bezeichnung „High Seas Treaty“ ab, weil das Abkommen neben der Hohen See auch den Meeresboden jenseits nationaler Hoheitsgewalt erfasst.3
Nach UN News soll das Abkommen helfen, das Ziel des Kunming-Montreal-Rahmens zu erreichen, bis 2030 30 Prozent der Land- und Meeresflächen zu schützen.5 Die Universität Tromsø gibt unter Berufung auf den UN-Nachhaltigkeitsbericht 2025 an, dass erst 8,4 Prozent des Ozeans als Meeresschutzgebiet ausgewiesen sind.3 Die Vereinigten Staaten haben an dem Text mitgearbeitet, ihn aber nicht ratifiziert.4 Viele Einzelheiten, etwa Berichtspflichten und Verfahrensregeln, soll erst die erste Vertragsstaatenkonferenz festlegen.3 Sie findet nach der UN-Seite des Abkommens vom 11. bis 22. Januar 2027 in New York statt; Mongabay hatte sie zum Inkrafttreten noch für das Jahr 2026 erwartet.1,4
Siehe auch
- In Montreal einigen sich die Staaten darauf, bis 2030 ein Drittel der Erde unter Schutz zu stellen 2022 Das 30-Prozent-Ziel für Meeresflächen lässt sich ohne Schutzgebiete auf der Hohen See nicht erreichen.
- Handel Das WTO-Abkommen über Fischereisubventionen tritt in Kraft 2025 Im selben Jahr verbot die WTO Subventionen für Fischerei in ungeregelten Hochseegebieten.
- Das Montrealer Protokoll verbietet schrittweise die Stoffe, die die Ozonschicht zerstören 1987 Auch hier entscheidet eine Zahl von Ratifikationen, wann ein Umweltvertrag gilt.
Hierher verwiesen
- Die Meeresbodenbehörde verlängert 2026 einen umstrittenen Explorationsvertrag, ohne Abbauregeln zu beschließen 2026 Ein halbes Jahr zuvor trat das Abkommen zum Schutz der Hohen See in Kraft; den Meeresboden darunter regelt die ISA.