Konzil von Chalcedon bekennt 451 Christus in zwei Naturen
451 bekannte das Konzil von Chalcedon Christus als einen in zwei Naturen und nahm den Lehrbrief Papst Leos I. an. Die orientalisch-orthodoxen Kirchen erkennen es bis heute nicht an.
Im Jahr 451 tagte in Chalcedon das vierte ökumenische Konzil.1,2 Nach der New Catholic Encyclopedia dauerte es vom 8. bis 31. Oktober.1 Einberufen hatte es Kaiser Markian, zunächst für den 1. September 451 nach Nicäa.1 Markian war 450 Kaiser geworden, als Pulcheria nach dem Tod des Theodosius die Macht übernahm und ihn heiratete.1 Die Bischöfe kamen fast alle aus dem Osten; tatsächlich waren es 350 oder 360, eine spätere Überlieferung spricht von 600 oder 630.1
Das Konzil nahm den Lehrbrief Papst Leos I. an, mit dem Ruf „Petrus hat durch Leo gesprochen“.1,2 Es bekannte Christus als einen in zwei Naturen, ohne Teilung oder Trennung und ohne Vermischung oder Wandlung.1,2 Auf der vorangegangenen sogenannten Räubersynode hatten sich Dioskoros von Alexandria und Eutyches gegen jene durchgesetzt, die zwei Naturen in Christus anerkannten.1
Ein weiterer Beschluss gab dem Bischofssitz von Konstantinopel, dem Neuen Rom, die gleichen Vorrechte wie Rom und den Rang gleich nach ihm.2 Papst Leo wies diesen Kanon 28 zurück.2 Er erklärte ihn kraft der Autorität des Apostels Petrus für ungültig.2 Die Beschlüsse des Konzils bestätigte Leo erst am 21. März 453, und nur in Glaubensfragen.1
Die Anhänger Kyrills lehnten die Lehre von zwei Naturen weiter ab; daraus entstanden Streit und Spaltungen, die bis heute ungelöst sind.1 Die orientalisch-orthodoxen Kirchen erkennen die ersten drei ökumenischen Konzile an, das vierte in Chalcedon aber nicht.3 Die koptische Kirche führt Dioskoros als ihren Papst, der jede Rede von zwei Naturen Christi ablehnte und an der „einen Natur des fleischgewordenen Gottes Logos“ festhielt.4
Siehe auch
- Edikt von Thessaloniki schreibt 380 den nizänischen Glauben vor 380 71 Jahre zuvor schrieb ein Kaiser den Glauben vor; hier beruft ein Kaiser die Bischöfe zum Glaubensstreit.
- Das Zweite Konzil von Nicäa erlaubt 787 die Verehrung von Bildern 787 Das siebte ökumenische Konzil; Chalcedon war das vierte.
- Ein päpstlicher Legat bannt 1054 in der Hagia Sophia den Patriarchen von Konstantinopel 1054 Rom und Konstantinopel stehen sich wieder gegenüber; Kanon 28 hatte die Rangfrage zwischen beiden schon 451 aufgeworfen.
Hierher verwiesen
- Drittes Konzil von Konstantinopel verurteilt 681 Papst Honorius 680 Chalcedon bekannte zwei Naturen in Christus; Konstantinopel zog daraus zwei Willen.