Konzil von Trient schließt 1563 seine Antwort auf die Reformation
Am 4. Dezember 1563 endete das Konzil von Trient, das seit 1545 die katholische Lehre gegen die Protestanten festgelegt hatte. Pius IV. bestätigte seine Beschlüsse im Januar 1564.
Das Konzil von Trient wurde am 13. Dezember 1545 eröffnet und am 4. Dezember 1563 geschlossen.1,3 Sein Hauptziel war, die Lehre der Kirche als Antwort auf die Protestanten verbindlich festzulegen.1 Die letzte, 25. Sitzung dauerte zwei Tage, vom 3. bis 4. Dezember 1563.1,3 Wie viele die Dekrete unterzeichneten, geben die Quellen verschieden an, auch weil sie die Stellvertreter abwesender Bischöfe unterschiedlich zählen: 215 Konzilsväter und dazu 19 Stellvertreter1 oder 255 Prälaten und Prokuratoren zusammen.2,5
Das Konzil tagte mit Unterbrechungen in drei Perioden, 1545 bis 1549, 1551 bis 1552 und 1562 bis 1563;2 eine andere Quelle nennt für die ersten beiden 1545 bis 1546 und 1552 bis 1553.4 1547 wurde es aus Angst vor der Pest nach Bologna verlegt, und 1552 sprengte der Vormarsch des Kurfürsten Moritz von Sachsen nach Tirol die Versammlung.2
In der vierten Sitzung stellte das Konzil die kirchliche Überlieferung als Glaubensregel neben die Heilige Schrift.2 Am 13. Januar 1547 verkündete es in der sechsten Sitzung das Dekret über die Rechtfertigung.1 Rechtfertigung beruht danach auf Glauben und guten Werken, gegen die protestantische Lehre vom Glauben allein.2 Die 23. Sitzung am 15. Juli 1563 regelte die Residenzpflicht und die Ausbildung junger Kleriker in Seminaren.1 Die Schlusssitzung beauftragte den Papst, Ausgaben von Messbuch, Brevier und Katechismus sowie ein Verzeichnis verbotener Bücher vorzubereiten.1
Pius IV. bestätigte die Beschlüsse am 26. Januar 1564.1,3,4 Die Bulle „Benedictus Deus“ trägt dieses Datum,1,3 veröffentlicht wurde sie aber erst am 30. Juni 1564.4,5 Die Bulle machte die Beschlüsse in der ganzen katholischen Welt verbindlich.3 Zu Pius’ ersten Maßnahmen danach gehörte der Befehl an alle abwesenden Bischöfe, in ihre Diözesen zurückzukehren.4
Siehe auch
- Luther schickt 1517 seine 95 Thesen gegen den Ablass an den Erzbischof 1517 Die Kritik, auf die das Konzil mit seinen Lehrdekreten antwortete.
- Literatur Rom veröffentlicht 1559 den ersten päpstlichen Index verbotener Bücher 1559 Das Verzeichnis verbotener Bücher, dessen Neufassung das Konzil dem Papst auftrug.
- Konflikte Augsburger Religionsfriede: Landesherr bestimmt das Bekenntnis 1555 Während das Konzil ruhte, regelte das Reich das Nebeneinander der Bekenntnisse politisch.
- Das Erste Vatikanische Konzil erklärt 1870 die Unfehlbarkeit des Papstes zum Dogma 1870 Das nächste allgemeine Konzil der katholischen Kirche nach Trient.