Chanukka: Die Makkabäer weihen 164 v. Chr. den Tempel neu
164 v. Chr. weihten Judas Makkabäus und seine Anhänger den Tempel in Jerusalem neu, den Antiochos IV. drei Jahre zuvor dem Zeus geweiht hatte. Daran erinnert das Fest Chanukka.
Im Jahr 164 v. Chr. reinigten Judas, genannt Makkabäus, und seine Anhänger den Tempel in Jerusalem und weihten ihn neu.1,2 Die Weihe fand am 25. statt, und an sie erinnert das Fest Chanukka.2 Das erste Makkabäerbuch datiert sie auf den 25. Tag des neunten Monats Kislew im Jahr 148 seiner Zählung.4 Den Altar weihten sie acht Tage lang.4
Drei Jahre zuvor hatte der Seleukidenkönig Antiochos IV. Epiphanes jüdische Bräuche wie die Beschneidung und die Speisegebote verboten, die Opfer im Tempel beendet und den Bau dem griechischen Gott Zeus geweiht.1 Sabbat und Feste waren verboten, und wer die neuen Gesetze des Königs übertrat, dem drohte der Tod.2 Nach dem ersten Makkabäerbuch errichtete man am 15. Kislew des Jahres 145 auf dem Brandopferaltar einen Gräuel der Verwüstung.3 Im selben Buch tötet der Priester Mattatias den Beamten des Königs, der zum Opfer zwang, und reißt den Altar nieder.6 Fromme Juden sammelten sich um die Familie der Hasmonäer, Judas und seine Brüder, die ein Heer gegen die Seleukiden führten.2
Das Volk feierte acht Tage nach dem Vorbild des Laubhüttenfestes, dessen Feier Antiochos unterbrochen hatte.1,5 Der Talmud verbindet das Anzünden der Lichter mit der Legende, Judas habe nur für einen Tag geweihtes Öl gefunden, Gott aber habe den Leuchter acht Tage brennen lassen.1 Im ersten Jahrhundert n. Chr. nannte Josephus Chanukka das Fest der Lichter.1 Das zweite Makkabäerbuch spricht von einer Unterbrechung von zwei Jahren, nicht von dreien.5,7 Dass die Neuweihe auf den Tag der Entweihung fiel, berichten beide Makkabäerbücher;4,5 die Society of Biblical Literature nennt das nur angeblich.1
Siehe auch
- Joschija zentralisiert um 622 v. Chr. den Kult in Jerusalem 622 v. Chr. Derselbe Tempel, an dem Joschija den Kult Judas fünf Jahrhunderte früher gebündelt hatte.
- Kyros-Zylinder: Der Perserkönig lässt Götterbilder heimkehren 539 v. Chr. Ein Großkönig, der Kulte zurückkehren ließ, statt sie zu verbieten.
- Ashoka-Edikt XII verlangt Achtung vor allen Glaubensrichtungen 260 v. Chr. Ein Jahrhundert früher verlangte ein anderer Herrscher Achtung vor allen Glaubensrichtungen.