Drittes Konzil von Konstantinopel verurteilt 681 Papst Honorius
Das sechste ökumenische Konzil tagte von November 680 bis September 681 im Kaiserpalast von Konstantinopel. Es lehrte zwei Willen in Christus und belegte Papst Honorius I. mit dem Anathem.
Kaiser Konstantin IV. bat Papst Donus 678, zwölf Bischöfe zu schicken, um den Streit um den zu beenden.2 Am 7. November 680 trat das Konzil in einem Kuppelsaal des Kaiserpalasts von Konstantinopel zusammen.1,2 Es tagte in 18 Sitzungen bis zum 16. September 681.2,3 Nach dem Saal, dem Trullus, heißt es auch Erste Trullanische Synode.3 Die ersten elf Sitzungen leitete der Kaiser selbst.2
In der achten Sitzung am 7. März 681 übernahm das Konzil die Lehre Papst Agathos gegen den Monotheletismus.2 Es bekannte zwei natürliche Willen und zwei natürliche Wirkweisen in Christus.3,4 In der 13. Sitzung am 28. März 681 verurteilte es die Wortführer des Monotheletismus, darunter Sergius von Konstantinopel und Kyros von Alexandria.1 Dazu kam Honorius, der Papst des alten Rom, weil er nach seinem Brief an Sergius dessen Meinung gefolgt sei.1 Die Akten unterschrieben 174 Konzilsväter und zuletzt der Kaiser.2
Agathos Nachfolger Leo II. bestätigte die Beschlüsse und verurteilte Honorius noch schärfer als das Konzil.1,3 Agatho starb noch während des Konzils1,7 und wurde am 10. Januar 681 in St. Peter begraben.6 Schaff nennt den 10. Januar 682,3 führt Agathos Amtszeit im selben Kapitel aber mit 678 bis 681.3 Um den Brief des Honorius an Sergius entstand vor allem vor und während des Ersten Vatikanischen Konzils eine umfangreiche Streitliteratur.1,4 Manche sehen in dem Fall einen Beweis gegen die päpstliche Unfehlbarkeit.5 Der Apologet Steven O’Reilly hält dagegen, Honorius habe Schweigen angeordnet und keine Glaubensregel aufgestellt.5
Siehe auch
- Konzil von Chalcedon bekennt 451 Christus in zwei Naturen 451 Chalcedon bekannte zwei Naturen in Christus; Konstantinopel zog daraus zwei Willen.
- Das Erste Vatikanische Konzil erklärt 1870 die Unfehlbarkeit des Papstes zum Dogma 1870 Beim Streit um die Unfehlbarkeit 1870 wurde der Fall Honorius wieder herangezogen.
- Das Zweite Konzil von Nicäa erlaubt 787 die Verehrung von Bildern 787 Das nächste ökumenische Konzil, wieder unter Kaiser und päpstlichen Legaten.