Guido von Arezzo schreibt die Töne um 1025 auf Linien im Terzabstand
In den 1020er-Jahren beschrieb der Mönch Guido von Arezzo Notenlinien im Terzabstand und benannte sechs Töne nach den Silben ut, re, mi, fa, sol, la. Als Schlüssel dienten Buchstaben. Seine Werke lassen sich nur auf einige Jahre genau datieren.
Um 1025 schrieb der Mönch Guido von Arezzo im Auftrag des Bischofs von Arezzo den Micrologus, eine Lehrschrift über die Musik.2,1 Sein Verfahren beruhte auf Linien im Abstand einer Terz und auf Buchstaben als Schlüssel.1 Die Linie für F war rot, die für C gelb; so war zu sehen, wo die Halbtonschritte lagen.3 Nach der Britannica waren die rote und die gelbe Linie schon in Gebrauch, und Guido ergänzte schwarze Linien dazwischen und darüber.1 Cesarino Ruini rechnet die Färbung der beiden Linien zu dem System, das Guido entwarf; die Linienschrift selbst sei schon Ende des 10. Jahrhunderts im Gang gewesen.7
Für das Singen unbekannter Melodien nutzte er den Hymnus an Johannes den Täufer „Ut queant laxis“, dessen Halbverse jeweils einen Ton höher beginnen.2 Aus deren Anfangssilben ut, re, mi, fa, sol, la gewann er Namen für sechs aufeinanderfolgende Töne von C bis A.3 Guido erklärte, sein Verfahren verkürze die zehn Jahre, die ein Kirchensänger bis dahin brauchte, auf ein Jahr.1 Der Dizionario Biografico degli Italiani spricht von einem oder zwei Jahren statt zehn.4
Um 1028 überreichte Guido Papst Johannes XIX. in Rom ein , das er im Kloster Pomposa begonnen hatte.1,3 Nach Guidos Brief an den Mönch Michael erkannte der Papst an sich selbst rasch, was er anderen kaum geglaubt hätte.5 Die Farben der Linien kamen bis zum 14. Jahrhundert allmählich außer Gebrauch.5
Genau datieren lassen sich die Werke nicht: Die New Catholic Encyclopedia setzt den Micrologus um 1025/26, Anna Reisenweaver um 1024.2,5 Sergej Lebedew setzt ihn zwischen 1026 und 1030 an.6 Der Dizionario Biografico hält fest, dass es über Guidos Leben außer seinen eigenen Werken keine Zeugnisse gibt, und setzt sein Werk insgesamt zwischen 1026 und 1032 an.4
Siehe auch
- Edisons Phonograph gibt im Dezember 1877 eine Stimme wieder 1877 Achthundertfünfzig Jahre lang ließ sich Musik nur aufschreiben; mit dem Phonographen wurde sie aufgenommen.
- Eine Stele aus Tralleis bewahrt das Lied des Seikilos samt Melodie 150 Fast neunhundert Jahre älter ist die Melodie auf der Seikilos-Stele, notiert mit Zeichen über dem Text statt auf Linien.
Hierher verwiesen
- Edisons Phonograph gibt im Dezember 1877 eine Stimme wieder 1877 Bis dahin ließ sich Musik nur aufschreiben; die Notenlinien stammen aus dem 11. Jahrhundert.
- Petrucci druckt 1501 in Venedig mehrstimmige Musik mit beweglichen Lettern 1501 Petrucci druckte die Notenlinien in einem eigenen Durchgang; das Liniensystem stammt von Guido.
- Die Musica enchiriadis beschreibt im 9. Jahrhundert das mehrstimmige Singen 850 Guido kannte die Musica enchiriadis, verwarf aber ihre Dasia-Zeichen zugunsten der Linien.
- Eine Stele aus Tralleis bewahrt das Lied des Seikilos samt Melodie 150 Guido setzte Buchstaben als Schlüssel an Notenlinien, statt die Töne als Zeichen über den Text zu schreiben.