--- id: guido-von-arezzo-micrologus-1025 title: Guido von Arezzo schreibt die Töne um 1025 auf Linien im Terzabstand date: '1025-01-01' summary: >- In den 1020er-Jahren beschrieb der Mönch Guido von Arezzo Notenlinien im Terzabstand und benannte sechs Töne nach den Silben ut, re, mi, fa, sol, la. Als Schlüssel dienten Buchstaben. Seine Werke lassen sich nur auf einige Jahre genau datieren. themeId: theme-notenschrift verification: verified sources: - key: s1 title: Guido d'Arezzo publisher: Encyclopaedia Britannica url: https://www.britannica.com/biography/Guido-dArezzo-Italian-musician accessedAt: '2026-09-29' - key: s2 title: Guido of Arezzo (New Catholic Encyclopedia, H. Oesch) publisher: Encyclopedia.com url: https://www.encyclopedia.com/religion/encyclopedias-almanacs-transcripts-and-maps/guido-arezzo accessedAt: '2026-09-29' - key: s3 title: Guido of Arezzo (Elżbieta Witkowska-Zaremba) publisher: Polska Biblioteka Muzyczna url: https://polskabibliotekamuzyczna.pl/encyklopedia/guido-z-arezzo/?lang=en accessedAt: '2026-09-29' - key: s4 title: Guido d'Arezzo (Dizionario Biografico degli Italiani, Cesarino Ruini) publisher: Treccani url: https://www.treccani.it/enciclopedia/guido-d-arezzo_(Dizionario-Biografico)/ accessedAt: '2026-09-29' - key: s5 title: >- Guido of Arezzo and His Influence on Music Learning (Anna J. Reisenweaver, Musical Offerings 3/1) publisher: Cedarville University, über Semantic Scholar url: https://pdfs.semanticscholar.org/ad5a/6bbb32f8581b0a3fecca195ec935b72b1611.pdf accessedAt: '2026-09-29' - key: s6 title: Guido of Arezzo. Micrologus (Sergey N. Lebedev) publisher: Научный вестник Московской консерватории url: https://nv.mosconsv.ru/en/articles/guido-arezzo-micrologus accessedAt: '2026-09-29' - key: s7 title: 'Guido d''Arezzo e il dirozzamento degli «stupidi cantori» (Cesarino Ruini)' publisher: Musica Docta, Università di Bologna url: https://musicadocta.unibo.it/article/download/20918/18913/87301 accessedAt: '2026-10-07' disputed: - claim: Entstehung des Micrologus positions: - value: um 1025/26 source: s2 - value: um 1024 source: s5 - value: das Gesamtwerk zwischen 1026 und 1032 source: s4 - value: zwischen 1026 und 1030 source: s6 - claim: Wer die farbigen F- und C-Linien einführte positions: - value: schon vor Guido in Gebrauch, er ergänzte schwarze Linien source: s1 - value: Teil von Guidos System source: s3 - value: >- Färbung gelb für C und rot für F Teil von Guidos System; die Linienschrift selbst war Ende des 10. Jahrhunderts schon im Gang source: s7 stand: forschung-offen provenance: origin: recherche createdBy: '/research (Musterlauf: musik)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-09-29' datePrecision: decade dateSources: - s2 - s5 seeAlso: - id: edison-phonograph-1877 note: >- Achthundertfünfzig Jahre lang ließ sich Musik nur aufschreiben; mit dem Phonographen wurde sie aufgenommen. - id: seikilos-epitaph-150 note: >- Fast neunhundert Jahre älter ist die Melodie auf der Seikilos-Stele, notiert mit Zeichen über dem Text statt auf Linien. --- Um 1025 schrieb der Mönch Guido von Arezzo im Auftrag des Bischofs von Arezzo den Micrologus, eine Lehrschrift über die Musik.[^s2][^s1] Sein Verfahren beruhte auf Linien im Abstand einer Terz und auf Buchstaben als Schlüssel.[^s1] Die Linie für F war rot, die für C gelb; so war zu sehen, wo die Halbtonschritte lagen.[^s3] Nach der Britannica waren die rote und die gelbe Linie schon in Gebrauch, und Guido ergänzte schwarze Linien dazwischen und darüber.[^s1] Cesarino Ruini rechnet die Färbung der beiden Linien zu dem System, das Guido entwarf; die Linienschrift selbst sei schon Ende des 10. Jahrhunderts im Gang gewesen.[^s7] Für das Singen unbekannter Melodien nutzte er den Hymnus an Johannes den Täufer „Ut queant laxis“, dessen Halbverse jeweils einen Ton höher beginnen.[^s2] Aus deren Anfangssilben ut, re, mi, fa, sol, la gewann er Namen für sechs aufeinanderfolgende Töne von C bis A.[^s3] Guido erklärte, sein Verfahren verkürze die zehn Jahre, die ein Kirchensänger bis dahin brauchte, auf ein Jahr.[^s1] Der Dizionario Biografico degli Italiani spricht von einem oder zwei Jahren statt zehn.[^s4] Um 1028 überreichte Guido Papst Johannes XIX. in Rom ein Antiphonar, das er im Kloster Pomposa begonnen hatte.[^s1][^s3] Nach Guidos Brief an den Mönch Michael erkannte der Papst an sich selbst rasch, was er anderen kaum geglaubt hätte.[^s5] Die Farben der Linien kamen bis zum 14. Jahrhundert allmählich außer Gebrauch.[^s5] Genau datieren lassen sich die Werke nicht: Die New Catholic Encyclopedia setzt den Micrologus um 1025/26, Anna Reisenweaver um 1024.[^s2][^s5] Sergej Lebedew setzt ihn zwischen 1026 und 1030 an.[^s6] Der Dizionario Biografico hält fest, dass es über Guidos Leben außer seinen eigenen Werken keine Zeugnisse gibt, und setzt sein Werk insgesamt zwischen 1026 und 1032 an.[^s4] Ende der Datei: 7 Quellen.