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ICD: Bertillon legt 1893 die Liste der Todesursachen vor

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1893 stellt Jacques Bertillon in Chicago eine Klassifikation der Todesursachen vor. Aus ihr wird 1948 die Internationale Klassifikation der Krankheiten der WHO, die heute in der elften Revision vorliegt.

1893 stellte Jacques Bertillon auf der Tagung des Internationalen Statistischen Instituts in Chicago eine Klassifikation der Todesursachen vor.123 Bertillon leitete das Statistische Amt der Stadt Paris.1 Den Auftrag hatte das Institut 1891 in Wien einem Ausschuss unter seinem Vorsitz erteilt.1 Die Klassifikation beruhte auf der Liste, die Paris seit ihrer Überarbeitung 1885 verwendete.1 Sie führte englische, deutsche und schweizerische Klassifikationen zusammen.13 Bertillon legte sie in drei Fassungen vor, mit 44, 99 und 161 Titeln.1

Schon 1853 hatte der erste Internationale Statistische Kongress in Brüssel eine einheitliche Benennung der Todesursachen verlangt und die Statistiker Farr und d'Espine damit beauftragt.1 1855 einigte sich der Kongress in Paris auf eine Kompromissliste mit 139 Krankheitsgruppen.1 Bertillons Klassifikation fand als „International List of Causes of Death“ allgemeine Zustimmung, und alle Statistikämter Nordamerikas übernahmen sie.1 In Chicago nahm die Tagung des Instituts die Liste an, die ein Ausschuss unter Bertillon vorbereitet hatte.36

1899 empfahl das Institut in Oslo den europäischen Statistikämtern dringend, die Klassifikation zu verwenden, und beschloss, sie alle zehn Jahre zu überarbeiten.1 Die erste Revisionskonferenz tagte im August 1900 in Paris, mit Vertretern aus sechsundzwanzig Ländern.2 Mit der Sechsten Revision entstand 1948 die ICD-6 der Weltgesundheitsorganisation.1 Die Liste hieß von da an International Classification of Diseases und verband seither Todesursachen und Krankheiten in einer Klassifikation.3 Am 25. Mai 2019 beschlossen die Mitgliedstaaten der WHO die elfte Revision, die ICD-11, die am 1. Januar 2022 in Kraft treten sollte.4 In Deutschland sind Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten seit 2000 verpflichtet, jede Behandlungsdiagnose nach der deutschen Fassung ICD-10-GM zu verschlüsseln, für die rund 16.000 Kodes bereitstehen.5

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