--- id: bertillon-todesursachen-icd-1893 title: 'ICD: Bertillon legt 1893 die Liste der Todesursachen vor' date: '1893-01-01' datePrecision: year dateSources: - s1 - s2 - s3 summary: >- 1893 stellt Jacques Bertillon in Chicago eine Klassifikation der Todesursachen vor. Aus ihr wird 1948 die Internationale Klassifikation der Krankheiten der WHO, die heute in der elften Revision vorliegt. themeId: theme-epidemiologie wikidata: - id: Q50018 name: >- Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme seeAlso: - id: broad-street-1854 note: >- Beide Einträge machen aus gezählten Todesfällen ein Argument, und beide brauchen dafür eine einheitliche Zählung. - id: icd-6-who-1948 note: Mit der Sechsten Revision ging die Liste 1948 an die WHO über. - id: icd-11-2019 note: Die bislang letzte Revision der Liste von 1893. verification: verified sources: - key: s1 title: From the International List of Causes of Death (ILCD) to ICD-10 publisher: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) url: https://www.bfarm.de/EN/Code-systems/Classifications/ICD/ICD-10-WHO/History/ilcd-to-icd-10 accessedAt: '2026-10-14' - key: s2 title: >- Public Health Reports (U.S. Public Health and Marine-Hospital Service), 14. August 1908: International classification of causes of death publisher: Centers for Disease Control and Prevention (CDC) url: https://stacks.cdc.gov/view/cdc/67115/cdc_67115_DS1.pdf accessedAt: '2026-10-14' - key: s3 title: >- Historical Development of Cause of Death Statistics (International Institute for Vital Registration and Statistics, Technical Papers Nr. 55, 1993) publisher: Centers for Disease Control and Prevention (CDC) url: https://www.cdc.gov/nchs/data/isp/055_Historical_Development_of_Cause_of_Death_Stat.pdf accessedAt: '2026-10-14' - key: s4 title: World Health Assembly Update, 25 May 2019 publisher: Weltgesundheitsorganisation (WHO) url: https://www.who.int/news/item/25-05-2019-world-health-assembly-update accessedAt: '2026-10-14' - key: s5 title: Kodieren – Verschlüsselung von Behandlungsdiagnosen nach ICD-10 publisher: Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) url: https://www.kbv.de/praxis/abrechnung/kodieren accessedAt: '2026-10-14' - key: s6 title: The first achievements of the ISI after its creation in 1885 publisher: International Statistical Institute url: https://isi-web.org/nl/node/409 accessedAt: '2026-10-14' disputed: - claim: >- Was das Internationale Statistische Institut 1893 in Chicago mit der Klassifikation tat positions: - value: von der Tagung des Instituts angenommen source: s3 - value: von einem Ausschuss des Instituts empfohlen source: s2 resolution: >- Ein Ausschuss unter Bertillon bereitete die Liste vor, die Tagung in Chicago nahm sie an (s3, s6). „Empfohlen“ (s2) beschreibt die Rolle des Ausschusses. provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (manuell, Thema: ICD)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-14' --- 1893 stellte Jacques Bertillon auf der Tagung des Internationalen Statistischen Instituts in Chicago eine Klassifikation der Todesursachen vor.[^s1][^s2][^s3] Bertillon leitete das Statistische Amt der Stadt Paris.[^s1] Den Auftrag hatte das Institut 1891 in Wien einem Ausschuss unter seinem Vorsitz erteilt.[^s1] Die Klassifikation beruhte auf der Liste, die Paris seit ihrer Überarbeitung 1885 verwendete.[^s1] Sie führte englische, deutsche und schweizerische Klassifikationen zusammen.[^s1][^s3] Bertillon legte sie in drei Fassungen vor, mit 44, 99 und 161 Titeln.[^s1] Schon 1853 hatte der erste Internationale Statistische Kongress in Brüssel eine einheitliche Benennung der Todesursachen verlangt und die Statistiker Farr und d'Espine damit beauftragt.[^s1] 1855 einigte sich der Kongress in Paris auf eine Kompromissliste mit 139 Krankheitsgruppen.[^s1] Bertillons Klassifikation fand als „International List of Causes of Death“ allgemeine Zustimmung, und alle Statistikämter Nordamerikas übernahmen sie.[^s1] In Chicago nahm die Tagung des Instituts die Liste an, die ein Ausschuss unter Bertillon vorbereitet hatte.[^s3][^s6] 1899 empfahl das Institut in Oslo den europäischen Statistikämtern dringend, die Klassifikation zu verwenden, und beschloss, sie alle zehn Jahre zu überarbeiten.[^s1] Die erste Revisionskonferenz tagte im August 1900 in Paris, mit Vertretern aus sechsundzwanzig Ländern.[^s2] Mit der Sechsten Revision entstand 1948 die ICD-6 der Weltgesundheitsorganisation.[^s1] Die Liste hieß von da an International Classification of Diseases und verband seither Todesursachen und Krankheiten in einer Klassifikation.[^s3] Am 25. Mai 2019 beschlossen die Mitgliedstaaten der WHO die elfte Revision, die ICD-11, die am 1. Januar 2022 in Kraft treten sollte.[^s4] In Deutschland sind Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten seit 2000 verpflichtet, jede Behandlungsdiagnose nach der deutschen Fassung ICD-10-GM zu verschlüsseln, für die rund 16.000 Kodes bereitstehen.[^s5] Ende der Datei: 6 Quellen.