Friendster hat 2003 Millionen Nutzer und verliert sie an Myspace
2003 ging Friendster an den Start und hatte im Herbst 3 Millionen Nutzer. Langsame Server und die Löschung von Fantasieprofilen trieben viele zu Myspace.
Friendster ging 2003 an den Start und wuchs innerhalb weniger Monate auf Millionen Nutzer.1,2 Gegründet hatte es der frühere Netscape-Programmierer Jonathan Abrams, als Konkurrenz zu Partnerbörsen wie JDate und Match.com.3 Der Gedanke dahinter: Freunde von Freunden sollten einander kennenlernen, weil sie nach der Annahme der Gründer besser zueinander passten als Fremde.5 Abrams verschickte Einladungen an 20 Freunde und Verwandte; im Juni hatte Friendster 835.000 Nutzer, im Herbst 3 Millionen.1 Beim Startdatum gehen die Quellen auseinander: Mental Floss nennt den März 2003, danah boyd und Nicole Ellison setzen den Start schon 2002 an.1,5 Im August 2002 lief eine private Version für Freunde des Gründers, im März 2003 öffnete die öffentliche Beta-Seite.6,7
Mit dem Ansturm kam die Technik nicht mit: Die Server mussten für jeden Nutzer ein eigenes Netz berechnen, und eine Seite brauchte manchmal 40 Sekunden zum Laden.1 Dazu kam der Streit um die „“, Profile, die nicht ihren Urheber darstellten, sondern etwa ein Haustier oder eine berühmte Person.3 Abrams ließ sie löschen.4 Im August 2003 sagte er dem SF Weekly: „No. They're all going. All of them.“3 Viele frühe Nutzer gingen wegen technischer Probleme, sozialer Zusammenstöße und eines Vertrauensbruchs zwischen Nutzern und Betreiber.5 Myspace, 2003 gegründet, warb gezielt um enttäuschte Friendster-Nutzer.5 2005 zählte Myspace monatlich 22,1 Millionen einzelne Nutzer, Friendster 1,1 Millionen.1
Ein Angebot von Google über 30 Millionen Dollar in Aktien hatte Abrams 2003 abgelehnt; nach einem Bericht der New York Times von 2006 wäre es bald eine Milliarde Dollar wert gewesen.1 Außerhalb der USA fasste Friendster vor allem auf den pazifischen Inseln Fuß.5 2009 wurde es für 40 Millionen Dollar an MOL Global verkauft, das daraus eine Seite für Online-Spiele machte.1 Ab 2011 wurden Fotos, Profile und Nachrichten der Nutzer gelöscht.1 boyd und Ellison nennen Friendster mit einem Wort von Chafkin „one of the biggest disappointments in Internet history“.5
Siehe auch
- SixDegrees.com verbindet ab 1997 Profile und Freundeslisten 1997 Profile und Freundeslisten gab es schon bei SixDegrees, das im Jahr 2000 schloss.
- thefacebook.com startet — zugänglich nur mit Harvard-Adresse 2004 Ein Jahr später startete thefacebook und schloss Fremde von vornherein aus.
Hierher verwiesen
- SixDegrees.com verbindet ab 1997 Profile und Freundeslisten 1997 Der nächste Anlauf mit Freundeslisten, diesmal mit Millionen Nutzern und denselben Fragen nach dem Geschäft.