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Cambridge Analytica griff Millionen Facebook-Profile ab

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Am 17. März 2018 berichteten Observer und New York Times, Cambridge Analytica habe Daten von Millionen Facebook-Nutzern beschafft. Facebook sprach später von bis zu 87 Millionen Betroffenen.

Am 17. März 2018 berichteten der Londoner Observer und die New York Times, das britische Datenunternehmen Cambridge Analytica habe sich persönliche Daten von Millionen Facebook-Nutzern verschafft.12 Die Firma gehörte dem Hedgefonds-Milliardär Robert Mercer und wurde damals von Steve Bannon geführt, einem engen Berater Donald Trumps.1 Mit den Daten baute sie ein System, das einzelne US-Wähler profilieren konnte.1 Der Whistleblower Christopher Wylie sagte dem Observer: „We exploited Facebook to harvest millions of people's profiles.“1

Gesammelt wurden die Daten mit der App thisisyourdigitallife des Wissenschaftlers Aleksandr Kogan.12 Sie erfasste auch die Daten der Facebook-Freunde derer, die ihren Persönlichkeitstest machten.1 Facebook hatte die App nach eigenen Angaben 2015 entfernt und sich die Löschung der Daten bestätigen lassen.1 Geprüft habe Facebook die Löschung nach Wylies Worten nie, sondern nur ein Formular verlangt.5 Am 16. März, vier Tage nachdem der Observer um Stellungnahme gebeten hatte, sperrte Facebook Cambridge Analytica und die SCL Group.2 Einen Datenabfluss bestritt Facebook: Die Nutzer hätten ihre Daten wissentlich preisgegeben, kein System sei unterwandert worden.2

Der Observer bezifferte die Betroffenen auf mehr als 50 Millionen.1 Facebook selbst sprach später von bis zu 87 Millionen Menschen, überwiegend in den USA.3 Nach den Berichten verbreitete sich der Hashtag #DeleteFacebook, der Kongress lud Mark Zuckerberg vor, und der Börsenwert von Facebook sank zeitweise um 60 Milliarden Dollar.2 Wylie sagte danach vor britischen Abgeordneten aus, mit Cambridge Analytica verbundene Brexit-Kampagnen hätten vor dem Referendum betrogen.2 Am 24. Juli 2019 verhängte die US-Handelsbehörde FTC gegen Facebook eine Strafe von 5 Milliarden Dollar.4 Begründet wurde sie damit, dass Facebook gegen eine Anordnung der FTC von 2012 verstoßen und Nutzer darüber getäuscht habe, wie weit sie ihre Daten schützen können.4 Gegen Cambridge Analytica, ihren früheren Chef Alexander Nix und Kogan ging die Behörde in getrennten Verfahren vor.4

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