--- id: friendster-2003 title: Friendster hat 2003 Millionen Nutzer und verliert sie an Myspace date: '2003-01-01' datePrecision: year dateSources: - s1 - s2 summary: >- 2003 ging Friendster an den Start und hatte im Herbst 3 Millionen Nutzer. Langsame Server und die Löschung von Fantasieprofilen trieben viele zu Myspace. themeId: theme-soziale-netzwerke wikidata: - id: Q1347103 name: Friendster seeAlso: - id: sixdegrees-com-1997 note: >- Profile und Freundeslisten gab es schon bei SixDegrees, das im Jahr 2000 schloss. - id: thefacebook-2004 note: >- Ein Jahr später startete thefacebook und schloss Fremde von vornherein aus. verification: verified sources: - key: s1 title: >- Antisocial Media: The Rise and Fall of Friendster (Jake Rossen, 13. September 2018) publisher: Mental Floss url: https://www.mentalfloss.com/culture/social-media/friendster-rise-and-fall-jonathan-abrams accessedAt: '2026-10-14' - key: s2 title: 'Content Moderation Case Study: Friendster Battles Fakesters (2003)' publisher: Techdirt (Copia Institute, zuerst bei der Trust & Safety Foundation) url: https://www.techdirt.com/2021/04/16/content-moderation-case-study-friendster-battles-fakesters-2003/ accessedAt: '2026-10-14' - key: s3 title: >- A Working History of the Verified Internet, Part two: The battle between Friendsters and Fakesters (Robyn Caplan, 2024) publisher: Data & Society url: https://datasociety.net/research-library/a-working-history-of-the-verified-internet-part-two-the-battle-between-friendsters-and-fakesters/ accessedAt: '2026-10-14' - key: s4 title: >- Make New Friends (Scott Lamb, LA Weekly, 5. August 2004; Wiedergabe im Portfolio des Autors) publisher: NYU Arthur L. Carter Journalism Institute url: https://nyujournalismprojects.org/portfolio/lamb/friendster.html accessedAt: '2026-10-14' - key: s5 title: >- Social Network Sites: Definition, History, and Scholarship (Journal of Computer-Mediated Communication 13, S. 210–230; Autorenkopie) publisher: >- danah boyd und Nicole B. Ellison, Journal of Computer-Mediated Communication url: https://www.danah.org/papers/JCMCIntro.pdf accessedAt: '2026-10-14' - key: s6 title: Friendster publisher: Metro Silicon Valley (Metroactive) url: https://www.metroactive.com/papers/metro/10.09.03/friendster-0341.html accessedAt: '2026-10-15' - key: s7 title: 'Friendster: hot dates for the dating-averse' publisher: The Globe and Mail url: https://www.theglobeandmail.com/life/friendster-hot-dates-for-the-dating-averse/article25289128/ accessedAt: '2026-10-15' disputed: - claim: Start von Friendster positions: - value: März 2003 source: s1 - value: '2002' source: s5 resolution: >- Beide meinen verschiedene Schritte: Im August 2002 lief eine private Version für Freunde des Gründers, im März 2003 öffnete die öffentliche Beta-Seite (s6, s7); der offizielle Start stand im Oktober 2003 noch aus. provenance: origin: recherche model: beschaffer:sonnet createdBy: '/research (manuell, Thema: Soziale Netzwerke)' reviewedBy: research reviewedAt: '2026-10-14' --- Friendster ging 2003 an den Start und wuchs innerhalb weniger Monate auf Millionen Nutzer.[^s1][^s2] Gegründet hatte es der frühere Netscape-Programmierer Jonathan Abrams, als Konkurrenz zu Partnerbörsen wie JDate und Match.com.[^s3] Der Gedanke dahinter: Freunde von Freunden sollten einander kennenlernen, weil sie nach der Annahme der Gründer besser zueinander passten als Fremde.[^s5] Abrams verschickte Einladungen an 20 Freunde und Verwandte; im Juni hatte Friendster 835.000 Nutzer, im Herbst 3 Millionen.[^s1] Beim Startdatum gehen die Quellen auseinander: Mental Floss nennt den März 2003, danah boyd und Nicole Ellison setzen den Start schon 2002 an.[^s1][^s5] Im August 2002 lief eine private Version für Freunde des Gründers, im März 2003 öffnete die öffentliche Beta-Seite.[^s6][^s7] Mit dem Ansturm kam die Technik nicht mit: Die Server mussten für jeden Nutzer ein eigenes Netz berechnen, und eine Seite brauchte manchmal 40 Sekunden zum Laden.[^s1] Dazu kam der Streit um die „Fakester“, Profile, die nicht ihren Urheber darstellten, sondern etwa ein Haustier oder eine berühmte Person.[^s3] Abrams ließ sie löschen.[^s4] Im August 2003 sagte er dem SF Weekly: „No. They're all going. All of them.“[^s3] Viele frühe Nutzer gingen wegen technischer Probleme, sozialer Zusammenstöße und eines Vertrauensbruchs zwischen Nutzern und Betreiber.[^s5] Myspace, 2003 gegründet, warb gezielt um enttäuschte Friendster-Nutzer.[^s5] 2005 zählte Myspace monatlich 22,1 Millionen einzelne Nutzer, Friendster 1,1 Millionen.[^s1] Ein Angebot von Google über 30 Millionen Dollar in Aktien hatte Abrams 2003 abgelehnt; nach einem Bericht der New York Times von 2006 wäre es bald eine Milliarde Dollar wert gewesen.[^s1] Außerhalb der USA fasste Friendster vor allem auf den pazifischen Inseln Fuß.[^s5] 2009 wurde es für 40 Millionen Dollar an MOL Global verkauft, das daraus eine Seite für Online-Spiele machte.[^s1] Ab 2011 wurden Fotos, Profile und Nachrichten der Nutzer gelöscht.[^s1] boyd und Ellison nennen Friendster mit einem Wort von Chafkin „one of the biggest disappointments in Internet history“.[^s5] Ende der Datei: 7 Quellen.