Papin lässt den Luftdruck einen Kolben in den Zylinder drücken
1690 beschreibt Denis Papin in den Acta Eruditorum eine Maschine, in der Wasser unter einem Kolben verdampft und wieder niedergeschlagen wird. Der Luftdruck drückt den Kolben dann hinab; Grace’s Guide sieht darin den Vorläufer der Maschine Newcomens.
1690 veröffentlichte der französische Physiker Denis Papin in den Acta Eruditorum eine Schrift mit dem Titel „Nova methodus ad vires motrices validissimas levi pretio comparandas“.2 Darin beschrieb er eine Maschine mit einem einzigen Zylinder, in dem Wasser unter einem Kolben erst verdampft und dann wieder niedergeschlagen wurde.2 Das Science Museum führt für 1690 den Entwurf einer einfachen atmosphärischen Dampfmaschine mit einem Zylinder.3
Nach Grace’s Guide trieb Papin zunächst die Luft aus dem Zylinder, dann hob der Dampfdruck den Kolben nach oben, wo die Kolbenstange eingeklinkt wurde.1 Anschließend wurde das Feuer entfernt, der Dampf kondensierte, und unter dem Kolben blieb ein luftleerer Raum.1 Löste man die Sperre, drückte der Luftdruck den Kolben hinab und hob über ein Seil an der Kolbenstange ein Gewicht.1
Papin war 1647 in Blois geboren worden und hatte in Paris als Assistent von Christiaan Huygens gearbeitet.2 1675 ging er nach London und arbeitete eng mit Robert Boyle zusammen.3 1679 stellte er der Royal Society seinen „“ vor.1 Das Gerät war ein Druckkochtopf, für den Papin ein Sicherheitsventil erfand.2 Seit 1687 lehrte er Mathematik an der Universität Marburg.3
Grace’s Guide nennt die Maschine von 1690 einen Vorläufer der atmosphärischen Maschine von Newcomen und Calley.1 Encyclopedia.com betont dagegen, dass Thomas Newcomen auf diesem Weg unabhängig Erfolg hatte.2 1707 veröffentlichte Papin eine zweite Maschine zum Heben von Wasser, die nach Encyclopedia.com zwar funktionierte, aber weniger fruchtbar war als das Kolbenmodell.2 Beim Todesjahr gehen die Angaben auseinander: Grace’s Guide nennt 1714, Encyclopedia.com „um 1712“.1,2 Ein 2016 in den London Metropolitan Archives gefundener Eintrag verzeichnet 1713 das Begräbnis eines „Denys Papin“ auf dem Friedhof von St Bride’s in London.4 MacTutor nennt den 26. August 1713 als Todestag, hält das Datum aber für eine Vermutung.5
Siehe auch
- Savery lässt eine Pumpe patentieren, die mit Feuer Wasser hebt 1698 Acht Jahre später patentiert Savery eine Dampfpumpe, die ganz ohne Kolben auskommt.
- Newcomen-Maschine pumpt um 1712 Wasser aus einer Kohlengrube 1712 Newcomens Maschine arbeitet nach demselben Prinzip: Der Luftdruck drückt den Kolben in den luftleeren Zylinder.
- Watt bekommt das Patent auf den getrennten Kondensator 1769 Papin kühlte den Zylinder selbst ab; Watt verlegt die Kondensation in ein eigenes Gefäß.
Hierher verwiesen
- Newcomen-Maschine pumpt um 1712 Wasser aus einer Kohlengrube 1712 Das Prinzip hatte Papin 1690 beschrieben; seine Maschine kam über den Entwurf nicht hinaus.
- Savery lässt eine Pumpe patentieren, die mit Feuer Wasser hebt 1698 Acht Jahre zuvor hatte Papin den Kolben in den Zylinder gesetzt – das Bauteil, ohne das Saverys Pumpe auskommt.
- Heron beschreibt die Aeolipile: Dampf dreht eine Kugel 62 Die nächste Maschine im Bestand, in der Dampf etwas bewegt, rund sechzehn Jahrhunderte später.